Mehr als 80 Prozent der Schulabgänger an der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftschule gehen nach ihrem Abschluss weiter zur Schule. „Die meisten wissen gar nicht, was sie sonst machen sollen, denn für einen bestimmten Beruf wollen sie sich noch nicht entscheiden“, sagt Meri Karagischian aus eigener Erfahrung. Die Zehntklässlerin will nach ihrem Abschluss ebenfalls weiter die Schulbank drücken. „Vielleicht gehe ich dann zu den Beruflichen Schulen, um mein Abitur zu machen. Das Profil Betriebswirtschaft/Rechnungswesen interessiert mich schon“, so die Schulsprecherin.
Damit der Wechsel von der Gemeinschaftsschule zu den Beruflichen Schulen Ostholstein, die mit ihrer Bad Schwartauer Außenstelle in der Ludwig-Jahn-Straße nur 500 Meter entfernt liegt, möglichst reibungslos klappt, wurde gestern ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Selbert-Schulleiter Torsten Hardt: „Wir wollen einen fließenden und verlässlichen Übergang ermöglichen. Somit schaffen wir auch eine echte Alternative zum G 8-Abitur.“ Dabei gehe es Hardt in erster Linie nicht darum, mehr Schüler zu bekommen, sondern viel mehr den Mädchen und Jungen zusätzliche Perspektiven zu geben. Dass es die Schulabgänger nicht gleich ins Berufsleben zieht, dafür hat Hardt Verständnis. „Viele Schüler sind noch zu jung, um sich endgültig für einen Beruf zu entscheiden. Der Wechsel an die Beruflichen Schulen gibt ihnen die Möglichkeit, Zeit zur beruflichen Orientierung zu gewinnen und auch eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben“, erläutert Hardt. Schulleiter-Kollege Carsten Ingwertsen-Martensen räumt allerdings ein: „Natürlich werben wir auch um zusätzliche Schüler, denn der demographische Wandel geht auch an uns nicht spurlos vorbei.“ Doch die bessere Vernetzung zwischen den beiden Partnern soll vor allen Dingen „der Optimierung des Übergangs von der allgemeinbildenden Schule in das System der beruflichen Bildung“ dienen. Dieses Ziel haben beide Schulen fortan in ihrem Schulprogramm verankert. In dem gestern unterzeichneten Vertrag wurde zudem eine Zusammenarbeit bei der Lehrerausbildung, gemeinsame Informationsveranstaltungen für Lehrer sowie gemeinsame Fachkonferenzen, mehrtägige berufsorientierte Projekte für die Selbert-Schüler in den Werkstätten und Fachräumen sowie Schnuppertage in den Beruflichen Schulen vereinbart.
Für die Koordinatoren Axel Frieb-Preis und Axel Nolte ist die Zusammenarbeit gar nicht so neu. „Wir haben jetzt schon ein Jahr lang die Kooperation geprobt und uns in diversen Bereichen ausgetauscht und ergänzt. Es funktioniert. Mit dem Vertrag wird die Zusammenarbeit jetzt langfristig gesichert und intensiviert“, so Frieb-Preis.
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