Fehmarn – Riesenenttäuschung auf der Insel: Ausgerechnet das „Hawaii des Nordens“ muss einen weiteren Rückschlag für den Surfsport hinnehmen. Denn Fehmarn wurde von der Tourstopp-Liste 2012 des Deutschen Windsurf Cups (DWC), also der höchsten nationalen Regattaserie, gestrichen. Statt am Wulfener Hals startet die Tour diesmal am langen Himmelfahrts-Wochenende auf Sylt. In Westerland finden in der neuen Regattaserie sogar zwei der insgesamt sieben Tourstopps statt.
Nach dem Aus für das langjährige Surf-Festival am Wulfener Hals, dessen Veranstalter nach Pelzerhaken umgezogen sind, sowie für das von den Charchulla-Zwillingen initiierte Surfmuseum in Burg ist dies binnen weniger Jahre bereits der dritte herbe Dämpfer für die Surferszene auf Fehmarn. Es verbleiben nur noch die Deutsche Meisterschaften im Speedsurfen in Orth und die Deutsche Kitesurf Trophy vor Burgtiefe.
Gescheitert ist der diesjährige DWC-Tourstopp am lieben Geld. Letztlich fehlten die Voraussetzungen für einen neuen Vertragsabschluss zwischen dem Wulfener Campingplatzbetreiber Volker Riechey, auf dessen Platz das Event stattfindet, und der Agentur „Choppy Water“ (Stein bei Kiel). Konkret: Riechey hätte sich eine rechtzeitige stärkere Unterstützung durch den Tourismus Service Fehmarn (TSF) gewünscht: „Woanders bezuschussen die örtlichen Tourismus-Organisationen doch auch solche Großveranstaltungen. Sie kann nicht nur weitgehend auf meine Kosten stattfinden.“
Am 12. Dezember hätte er den neuen Vertrag für 2012 unterzeichnen sollen. Doch der Tourismusausschuss Fehmarn, der endgültig über einen möglichen Zuschuss entscheidet, tagt erst am 23. Februar. Riechey hätte sich zumindest vorher ein „angemessenes Signal“ von Tourismusdirektorin Imke Bolle gewünscht. Bislang hat der TSF jährlich einen Zuschuss von 3000 Euro für das überregionale Windsurf-Event bereitgestellt. Laut Riechey ist das angesichts der hohen Kosten nicht mehr angemessen.
Auch Bolle bedauert die Entwicklung, betont aber, dass kein Zuschussantrag von Riechey eingegangen sei. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir frühzeitiger mit eingebunden worden wären“, so Bolle. Angeboten habe sie Riechey aber eine Anzeigenschaltung und eine stärkere redaktionelle Begleitung in der Fachzeitschrift „Surf“.
Jetzt soll 2012 als „kreative Pause“ genutzt werden, so Bolle in Übereinstimmung mit Riechey, der für 2013 auf mehr Vorlauf drängt: „Es kann nicht sein, dass die Entscheidung, ob Mittel vergeben werden, erst fällt, wenn die Saisonplanung gelaufen ist.“ Offen lässt er, ob 2012 überhaupt ein Surf-Event am Wulfener Hals stattfindet.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.






