Nun gilt’s für die Unternehmen in der Region: Das staatliche dänische Planungskonsortium Femern A/S hat den Bau des Fehmarntunnels in vier große Aufträge aufgeteilt. Sie werden noch in diesem Jahr ausgeschrieben. „Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem Konzerne hellwach sein sollten“, sagte Steen Lykke, Technischer Direktor bei Femern A/S. Man erwarte Angebote für den Tunnelbau aus der ganzen Welt, vor allem aber aus der europäischen Baubranche.
Am 21. März lädt Femern A/S die Bauwelt zu einem Branchentag nach Kopenhagen ein. Der Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) will auch schleswig-holsteinische Firmen im Boot sehen: „Ich appelliere besonders an unsere zahlreichen mittelständischen Unternehmen, sich auf der Veranstaltung zu informieren, Kontakte zu knüpfen und sich in der Ausschreibungsphase um Aufträge als Subunternehmen zu bemühen.“ Die IHK Lübeck bietet nach eigenen Worten „aktive Unterstützung“ an.
Die ersten Unternehmen aus der Region Lübeck/Ostholstein haben reagiert. So ist die Firmen-Kooperation „Baltic Facility Solutions“ (BFS) entstanden. Den Gründungspartnern Gollan (Neustadt-Beusloe), Grothe-Bau (Lübeck) und Lübecker Wachunternehmen ist jüngst die Fehmaraner Metallbaufirma Grebien (Bannesdorf) gefolgt. Mit einem weiteren großen Lübecker Unternehmen „mit Deutschland-Kompetenz“ liefen aktuell Gespräche über die Aufnahme als Gesellschafter, erklärte BFS-Geschäftsführer Mirko Schönfeldt gestern. BFS versteht sich als Ansprechpartner für das Baukonsortium, will den Dänen „Rundum-Sorglos-Pakete“ vermitteln.
Der Bau der festen Beltquerung sei ein derart großes und komplexes Vorhaben, dass sich voraussichtlich mehrere Unternehmen zu Konsortien zusammenschließen müssten, erläuterte Femern-Direktor Lykke. Fest steht bereits, dass nicht ein Unternehmer allein den gesamten Tunnel baut, sondern sich zwei Auftragnehmer die Kernaufgabe teilen. Dabei soll ein Bauunternehmer die eine Hälfte des Tunnels von Fehmarn aus bauen, ein anderer die zweite Hälfte von Dänemark beginnend. „Für einen allein wäre ein solcher Mammutauftrag nicht zu wuppen“, sagte Femern-Sprecherin Inga Karten.
Ein drittes Bauunternehmen soll zuvor einen 18 Kilometer langen, 80 Meter breiten und zehn Meter tiefen Graben im Belt ausheben. Die anfallenden 15 Millionen Kubikmeter Meeresboden werden vor Lolland, zu einem geringen Maß auch vor Fehmarn wiederverwendet. Der vierte Teil des Auftrags beinhaltet den Bau der Tunnelportale und Rampen (an vorhandene Verkehrswege) sowie das Verkleiden der Tunnelwände und das Asphaltieren der Fahrbahnen.
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