Es war genau die Handvoll Schnee, die den Skiliftbetreibern Horst Schnoor und Heinrich Schröder noch gefehlt hatte. Mit einem Druck auf den roten Knopf setzten die beiden den Skilift auf dem Bungsberg in Gang. Ganz zur Freude von Schleswig-Holsteins Wintersportlern, die diesen Moment schon herbeigesehnt hatten.
So wie die beiden Lütjenburger Benjamin und Frederick Timm. Vater und Sohn hatten sich schon Sorgen gemacht, ob in diesem Winter überhaupt noch einmal genügend Schnee fällt, um das Snowboard unterzuschnallen. Frederick (9) hat das Snowboarden schon richtig gut drauf und weiß auf die Frage, worauf man bei dieser Sportart besonders achten muss, auch sofort die passende Antwort: „Auf die Maulwurfshügel.“ Die machten nämlich den Skisportlern ob der geringen Menge Schnee ein bisschen zu schaffen. „Zehn Zentimeter mehr – dann wären wir ganz zufrieden“, sagt Horst Schnoor. Auf ihn und seinen Kollegen Heinrich Schröder ist Verlass. Wenn es die Schneemenge irgendwie zulässt, stehen die beiden buchstäblich auf Knopfdruck bereit und ermöglichen Wintersportfreunden die Ab- und vor allem die Auffahrt auf Schleswig-Holsteins höchster Erhebung.
Ein paar Tipps kann Benjamin Timm (36) dann doch für das Snowboarden geben. „Ein guter Gleichgewichtssinn und auch Beweglichkeit sind bei diesem Sport gefragt.“ Spricht’s, nimmt elegant Fahrt auf – und scheitert wie der Filius an einem Maulwurfshügel.
Mit gekonntem Schwung saust derweil Finn Hingst aus Neukirchen den Berg herunter. Amber Paulsen (7) und Barbara Tenge-Rietberg aus Sagau haben da lieber zum Schlitten gegriffen und ganz offensichtlich viel Spaß dabei. „Es ist so wichtig, hier auf dem Bungsberg etwas anzubieten. Die Leute wollen etwas erleben und der Bungsberg hat viele Reize, auch wenn kein Schnee liegt“, findet die Sagauerin. Laut Wetterbericht könnte davon in den nächsten Tagen noch etwas mehr fallen. Das wären dann genau die zehn Zentimeter, auf die Schnoor und Schröder noch hoffen.
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