den Ablauf des Workshops zum geplanten Oldenburger Jugendtreff.
Sie habe nicht das Gefühl, dass die Wünsche der Jugend in Oldenburg ernst genommen werden, sagt Vanessa. Mit zwei Freunden sitzt die 19-Jährige am Dienstag beim Klönschnack-Abend der Oldenburger SPD. Thema ist vor allem der Workshop, den die Stadt kürzlich zum geplanten neuen Jugendtreff im Keller der Wagrienschule Ende Januar veranstaltete. 22 junge Leute nahmen an der dreistündigen Veranstaltung unter der Leitung des Neustädter Jugendpflegers Andreas Adler teil.
„Wir sind immer wieder gedrängt worden, dass wir die Standortfrage zurückstellen sollen“, erzählt Malte (20). Dabei hätten bei der Abstimmung über die Interessen der 22 Teilnehmer die meisten „Wunsch-Punkte“ bei Sachen geklebt, für die die von der Stadt vorgesehenen Räume im Keller der Wagrienschule ohnehin zu klein seien. Das hätten auch die anderen Jugendlichen schnell gemerkt. Entsprechend groß sei der Frust gewesen.
„Das Ganze war nur eine Abfrage, bei der es um Wandfarben und so etwas ging. Immer wieder ist es darauf hinausgelaufen“, sagt Heiko (20). Auch Eigeninitiative von jungen Leuten sei von der Stadt offensichtlich nicht gewünscht. „Uns geht es darum, dass wir auch mal selbst etwas organisieren können und nicht nur etwas Fertiges von der Jugendpflege vorgesetzt bekommen“, so Heiko weiter.
Erschreckend sei für die jungen Menschen auch gewesen, wie die Stadt selbst den Workshop offenbar wahrgenommen habe. „Als ich die veröffentlichte Mitteilung der Stadt über die Ergebnisse des Workshops gelesen haben, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Stadt sich wirklich für unsere Wünsche interessiert“, sagt Vanessa (19). Am Workshop habe sie selbst leider nicht teilnehmen können.
Der Auftrag der Politik an die Stadt in Bezug auf die Themen sei in dem Workshop nicht umgesetzt worden, beklagte SPD-Fraktionssprecherin Annette Schlichter-Schenck. Bei lediglich einer Gegenstimme von Mario Markmann (CDU) hätte der zuständige Ausschuss beschlossen, dass „ein Workshop zum Thema Offene Jugendarbeit organisiert wird, in dem Wünsche, Organisation und Standort der zukünftigen Räumlichkeiten erörtert werden“. Tatsächlich seien die Punkte Organisation und Standort der zukünftigen Räumlichkeiten nebensächlich bis gar nicht diskutiert worden und finden sich auch in der Mitteilung der Stadt nicht wieder. „Es ist sehr enttäuschend, dass die Veranstaltung so abgelaufen ist“, sagt Schlichter Schenck. Allerdings sei die Standortfrage kein SPD-Problem, sondern betreffe alle Jugendlichen in der Stadt.
Für den SPD-Ortsvorsitzenden Klaus Zorndt steht fest, dass die kleinen Kellerräume „nicht für ein Jugendzentrum geeignet sind“. „Ich kann mir in diesen Räumen nichts großartig Kreatives vorstellen“, so Zorndt.
Die Stadt selbst hat inzwischen auf ihrer Homepage die Mitteilung über den Verlauf des Workshops gelöscht. Über Suchmaschinen sind die Zeilen im Netz jedoch weiter zu finden.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.





