Die Schlammschlacht geht weiter: Die Reederei Peter Deilmann (Neustadt) und ihr neuer Mehrheitseigner, die Finanzholding Aurelius (München), haben beim Landgericht München eine Einstweilige Verfügung wegen ihrer Ansicht nach „unwahrer Behauptungen“ in dem Buch „Die wahre Geschichte vom Traumschiff“ von Gisa und Hedda Deilmann erwirkt. Den Ex-Reedereichefinnen droht laut Gerichtsbeschluss bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld in Höhe von einer viertel Million Euro oder ersatzweise Haft bis zu sechs Monaten. Der betroffene Universitas-Verlag in München kündigte gestern an, den Vertrieb des Buches „in der bisherigen Form zunächst einzustellen“. Rund 1000 Exemplare seien bereits an den Buchhandel ausgeliefert.
Der Streit zwischen dem neuen Reederei-Besitzer und seinem Vorgänger hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht. Gisa und Hedda Deilmann hatten in ihrem am Sonnabend erschienenen Buch unverblümt auch über ihre Verhandlungen mit Banken und den Interessenten für ihre 2010 in finanzielle Turbulenzen geratene väterliche Reederei berichtet. Dabei kam es zu einer bitterbösen Abrechnung.
Die neue Reederei Deilmann schaltete ihre Rechtsabteilung ein. Bei Gericht wurden vier eidesstattliche Versicherungen hinterlegt, unter anderem vom Aurelius-Vorstandsvorsitzenden Dirk Markus. Moniert werden Textpassagen in dem 256-seitigen Buch, die sich mit der Rolle der Deilmann-Zwillinge in der von Aurelius übernommenen Firma und angeblichen Versprechungen ihnen gegenüber beschäftigen. Auch Aussagen, dass Aurelius-Chef Markus die Damen angeblich abfällig behandelt haben soll, dürfen bis zu einer gerichtlichen Klärung nicht wiederholt werden. „Die Schilderung im Buch erweckt ein falsches Bild vom Management-Stil des neuen Eigners“, erläuterte Reedereisprecherin Kornelia Kneissl. „Die Schwestern wurden weder rüde hinausgeworfen noch gab es die Vereinbarung einer Geschäftsführungsposition. Aurelius war intensiv um ein konstruktives Miteinander bemüht.“
Der Universitas-Verlag will sich nicht geschlagen geben. „Die Sache ist noch nicht entschieden. Wir werden mit Dokumenten aufwarten“, kündigte Verlagsleiter Gerhard Koralus gestern an.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.





