Man kann es nicht sehen, man kann es nicht anfassen. Man kann es nur riechen. Und genau das ist das Problem für viele Bewohner der Bergstraße. Ein Problem, das im vergangenen Herbst zum ersten Mal aufgetaucht ist. Und zwar kurz nachdem man selbiges Problem im Bereich Lohstraße/Kolberger Straße gelöst hatte.
Der Geruch, der den Bergstraßen-Anwohnern seit einiger Zeit immer wieder in die Nase steigt, erinnert nicht etwa an Weichspüler, „sondern das ist ekelhafter Gestank“, schimpft Silke Tomaszewski. So wie diese Anwohnerin haben sich schon etliche Bürger – unabhängig voneinander – bei der Gemeinde Stockelsdorf beschwert.
In der Tat – wer die Bergsstraße entlangschlendert, wird auf Höhe der Gullis feststellen, dass der Geruch intensiver wird. Als direkte Quelle des üblen Geruchs kommt wohl nur die Kanalisation in Betracht. Die Frage nach der Ursache aber bleibt.
„Diese Probleme gibt es tatsächlich in der Bergstraße“, bestätigt Heide-Marie Ballermann, eine Anwohnerin, die sogar relativ weit weg vom nächsten Gullideckel wohnt. „Wer einen Gullideckel direkt vor seiner Haustür hat“, sagt Heide-Marie Ballermann, „der ist besonders schlimm dran.“ Das Geruchsproblem sei mal mehr, mal weniger schlimm. In der vergangenen Woche zum Beispiel hat sich Heide-Marie Ballermann an drei aufeinanderfolgenden Tagen in der Woche ein Kreuz in den Kalender gemacht. „Da war es ganz extrem. Wenn man morgens die Gästetoilette aufgemacht hat, dann hat das so gestunken, dass man umfallen konnte“, beschreibt Heide-Marie Ballermann den „ganz ekeligen Geruch, der sich im ganzen Haus verbreitet“.
Dass es sich dabei in der Tat um ein „Problem“ handelt, dessen ist man sich im Stockelsdorfer Rathaus bewusst. „Die Verwaltung nimmt dieses Problem, das im Zusammenhang mit dem Abwasser aus dem Gewerbegebiet Albert-Einstein-Straße steht, außerordentlich ernst“, betont Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, die die Geruchsbelästigungen aus den Entwässerungsleitungen in der Bergstraße sehr bedauert.
In der Vergangenheit seien bereits viele Maßnahmen wie Einsatz von Geruchtsfiltern oder verstärkte Kanalspülungen durchgeführt worden, „um der Problematik habhaft zu werden“, so die Bürgermeisterin weiter. 2011 wurden über 250 000 Euro investiert, um das Entwässerungssystem aufwendig zu optimieren. Für die Lohstraße/Kolberger Straße war das ein Erfolg. Nur: Offenbar ist das Problem nicht verschwunden, sondern weitergewandert – in die Bergstraße.
Für Silke Tomaszewski ist der Zustand hier jetzt „vollkommen inakzeptabel“. „Wir können, wie vorher in der Lohstraße, nicht mehr lüften, unser Besuch rümpft die Nase, unsere Toiletten stinken zum Himmel. Und das ganze Haus riecht nach Kloake.“ Auf den Sommer mit Grillabenden im Garten freue sich niemand in der Bergstraße – aus Sorge darum, dass einem der Gestank den Appetit verdirbt.
Gegenüber den LN verrät Silke Tomaszewski, dass die Bewohner der Bergstraße ob der Geruchsbelästigung in Aufruhr seien und bereits über eine Bürgerinitiative nachdenken. „Wir fühlen uns überrumpelt“, erklärt Silke Tomaszewski, „und tragen die Sorge, die nächsten Jahre damit leben zu müssen wie schon vorher die Bewohner in der Lohstraße/Kolberger Straße.“
Auch Heide-Marie Ballermann sagt, sie habe ein bisschen Angst davor, dass der Gestank die Bergstraße so lange einhüllt wie zuvor die anderen Straßen – immerhin zehn Jahre lang.
Silke Tomaszewski und ihre Nachbarn in der Bergstraße können nicht verstehen, dass es überhaupt irgendwo in Stockelsdorf ein Geruchsproblem geben muss. „Das ganze Ruhrgebiet ist eine Fabrik, da stinkt es nicht.“
Dass die Anwohner der Bergstraße sauer sind wegen der Geruchsbelästigung, dafür habe man im Rathaus Verständnis, erklärt Bauamtsleiter Dieter Rodewald. Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann versichert, dass „aktuell im Auftrag der Gemeinde zwei Fachbüros parallel an der weiteren Problemlösung arbeiten“. Zusätzlich hätten verstärkte Kontrollen im Gewerbegebiet stattgefunden. Zudem gebe es einen intensiven Kontakt zu den dort ansässigen Firmen, „um auch deren Abwassersysteme mit fachlicher Unterstützung zu verbessern“, so die Bürgermeisterin.
Noch ist das Problem nicht behoben, aber man arbeite daran, verspricht die Bürgermeisterin. „Die Umsetzung der Maßnahmen hat allererste Priorität und wird die Situation nachhaltig verbessern.“
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