Immer mehr Kommunen in Ostholstein setzen auf die freistehenden Holzhäuser, um Urlauber anzulocken. In Grömitz, Pelzerhaken und Sierksdorf verzeichnet man mit dem Konzept bereits Erfolge, in Großenbrode sollen bis Juni die ersten Häuser eines Feriendorfes stehen und auch Fehmarn will nun nachziehen: Auf den Campingplätzen sollen kleine Ferienhäuser als zusätzliches Angebot entstehen.
„Mit den Ferienhäusern erreichen wir eine Klientel, die wir vorher nicht bedienen konnten“, sagt Olaf Dose-Miekley, Tourismus- Chef in Grömitz. Dort stehen seit dem Jahr 2008 für Urlauber 50 Immobilien im skandinavischen Stil bereit. Die Siedlung sei nicht als Konkurrenz für die Hotels zu sehen, sondern als Ergänzung: „Die Zielgruppen sind völlig verschieden.“ Gefährlich werden könne die Anlage nur dem nördlichen Nachbarland: Für Dänemark-Fans stelle der Urlaub im eigenen Land nun eine echte Alternative dar, so Dose-Miekley.
Großenbrodes Bürgermeister Klaus Reise geht zudem davon aus, mit dem Feriendorf (geplant sind insgesamt 165 Häuser) die Saison verlängern zu können. Durch die hochwertige Ausstattung der Häuser (zum Beispiel Sauna und Whirlpool) bleibe das Urlaubsziel das ganze Jahr über attraktiv, hofft er.
Die Grömitzer Erfahrungswerte bestätigen diese Prognose: Die Auslastung der Ferienhäuser liege mit rund 240 Tagen im Jahr „weit über dem normalen Schnitt des Ortes“, bilanziert Tourismus-Chef Dose- Miekley. Von ähnlichen Werten spricht auch Oliver Klenz, Projektmanager des Sierksdorfer Feriendorfes. Ulrike Sindermann vom Ostsee-Holstein-Tourismus erklärt dieses Phänomen so: „Die Ferienhaus-Siedlungen sind modern, hochwertig, in perfekter Lage und ermöglichen eine individuelle Urlaubsgestaltung.“ Deshalb seien sie bei Gästen sehr beliebt und so würden immer mehr Ostseebäder „mit dem Trend“ gehen und selbst Ferienhäuser errichten.
In der Regel werden die Immobilien von privaten Käufern erworben, die das Haus dann eine bestimmte Anzahl Wochen im Jahr selbst nutzen können. Die Vermietung läuft über einen zentralen Vermittler; auch die Instandhaltung wird in der Regel von einer übergeordneten Stelle organisiert. Sven Hollesen, Chef der Planet-Haus AG – welche das Grömitzer Projekt betreut und auch auf dem Travemünder Priwall Ferienhäuser baut – spricht von „vielen Vorteilen“ für die Hausbesitzer: Sie bekämen zum Beispiel eine Rendite in Form von Mieteinnahmen und durch die Lage in unmittelbarer Nähe zum Strand sei bei jedem Haus eine Wertsteigerung möglich.
Für die Kommunen ist der Bau von Feriendörfern vor allem wegen der Mehreinnahmen attraktiv. Durch die Kurabgaben flössen nun jedes Jahr 100 000 Euro mehr in Grömitz’ Kassen als vor der Eröffnung der Anlage, so Olaf Dose-Miekley. Solche Aussichten bringen die Verantwortlichen in manch anderem Ort ins Grübeln. Eine Ferienhaus-Siedlung habe schon „einen gewissen Reiz“, gibt zum Beispiel der Tourismus-Chef von Timmendorfer Strand, Christian Jaletzke, zu. Seine Gemeinde werde wohl aber kein vergleichbares Projekt starten: „Wir haben dafür gar kein Areal zur Verfügung.“
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