Es war sozusagen eine „Schnapsidee“: Kurt Sebelin saß mit Familie und Freunden in seinem Restaurant zusammen, die Stimmung war feuchtfröhlich, sein Schwiegervater erzählte vom Automobilclub Grömitz. Und da wurde aus einem flüchtigen Einfall ein reales Ziel: Man beschloss, auch in Dahme einen ADAC-Ortsclub zu gründen. „Allmählich hatten alle ein Auto“, erinnert sich Sebelin. Also war die Zeit reif.
Mittlerweile ist der AC Dahme 50 Jahre alt und zählt rund 190 Mitglieder – gemessen an der Einwohnerzahl (Dahme: 1200) ist er damit der größte ADAC-Ortsclub in Schleswig-Holstein. Von diesen Dimensionen konnten die insgesamt neun Gründungsmitglieder anfangs nur träumen. „Wir haben alle kräftig Werbung gemacht“, erzählt Sebelin. Wer ein neues Mitglied warb, bekam zur Belohnung einen kleinen Zinnbecher. „Meine Frau und ich hatten neun“, sagt der heute 87-Jährige.
Den Rekord hielten aber seine Schwiegereltern mit vierzehn: Sie waren es auch, die nach einer Auto-Tour mit dem AC Grömitz die Idee eines eigenen Ortsclubs auf den Tisch brachten; Sebelins Schwiegervater Markus Bruhn war vierzehn Jahre lang Vorsitzender. 1976 übernahm der jetzige Vorsitzende Heino Puck das Amt. „Vereine sind wichtig für den Ort“, erklärt der 68-Jährige sein Engagement. Ziel des Clubs sei es, die Gemeinschaft zu pflegen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu vermitteln, „zur Geselligkeit beizutragen“.
Besonders an gemeinsame Ausflugsfahrten erinnern sich die beiden Clubmitglieder gern. Wie bei einer „Schnitzeljagd“ mussten die Teilnehmer sich von einem Ort zum nächsten vorantasten, bis sie schließlich am Ziel angelangt sind, wo mit allen Teilnehmern gegrillt wurde. „Das hat immer viel Spaß gemacht“, erzählt Puck, der sich noch heute lieber auf seinen Orientierungssinn verlässt als auf ein Navigationsgerät: „In einer fremden Stadt halte ich nach dem Fernsehturm oder einer Kirchturmspitze Ausschau und dann klappt das.“
Reihum wurden die Fahrten organisiert und der Hinweiskatalog ausgearbeitet. „Und damals konnte man nicht mal eben jemanden anrufen oder im Internet nachschauen, welches Gebäude zu suchen war“, sagt Kurt Sebelin schmunzelnd, „da sind auch schon Teilnehmer wieder umgedreht, weil sie nicht weiter wussten.“
Heute seien solche Fahrten seltener geworden, berichtet Puck – nicht zuletzt aufgrund der hohen Spritpreise. „Früher sind wir mit 30 Fahrzeugen losgefahren“, so der Club-Vorsitzende, „heute freuen wir uns über die Hälfte.“ Inzwischen habe sich der Schwerpunkt der gemeinsamen Aktivitäten in Richtung Radtouren verlagert. Besonders beliebt sei die jährliche Tour an Himmelfahrt: Da kämen im Schnitt 100 Menschen, erzählt Puck. Dieses Jahr will auch Kurt Sebelin mit von der Partie sein, der mit seinen 87 Jahren noch lange nicht ans Aufhören denkt: „Ich übe schon fleißig.“
Auch Jugend-Turniere richte der Club aus, erzählt der Vorsitzende, der sich freut, dass dem AC Dahme inzwischen auch viele junge Mitglieder beigetreten sind. Puck: „Jetzt warten wir nur noch auf unser 200. Mitglied.“
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