Stockelsdorf hat weder Berge noch Felsen, auf die man klettern könnte. Und dennoch schickt sich die Großgemeinde an, in nicht allzu ferner Zukunft ein Dorado für Kletterer zu werden. Denn die Unternehmerin Silvia Scheel lässt derzeit die bislang größte Kletterhalle in Schleswig-Holstein bauen. Die Fundamente für die Halle namens „Monkey Moves“ sind schon gelegt. Und wer auf der Segeberger Straße am Ortsausgang Richtung Eckhorst unterwegs ist, der kann den Baufortschritt im Vorbeifahren gut beobachten. Gebaut wird eine Halle mit bis zu 17 Meter hohen Kletterwänden im Gewerbegebiet am Brandenbrooker Weg. Ende Mai ist die Eröffnung.
Klettern sei ein Freizeitsport, der boomt, sagt Silvia Scheel, die selbst seit vielen Jahren gern klettert und dafür sogar bisher nach Winsen/Luhe in Niedersachsen und Hamburg gefahren ist. Doch soweit muss bald kein Stockelsdorfer mehr fahren. Schon jetzt hat Silvia Scheel Buchungen für Kindergeburtstage in der Kletterhalle. Und in der benachbarten Firma nebenan hat man schon eine Betriebssportgruppe gegründet – für gemeinsame Klettertouren im Brandenbrooker Weg Nummer 6. Warum das Klettern immer beliebter wird? Darauf hat der zuständige Architekt Tobias Langmaack – selbst Kletterer – eine Antwort: „Das ist ein Sport, wo man nicht mit jemandem in Konkurrenz steht, sondern nur mit sich selber im Geschäft ist.“
Inzwischen gibt es deutschlandweit schon rund 300 Kletterhallen. Und demnächst kommt die Stockelsdorfer Halle dazu. Diese Halle ist so groß, dass sie auch ganz locker die Standards für Wettkämpfe erfüllt, bei der die Mindesthöhe der Kletterwand zwölf Meter betragen muss. Insgesamt werden in der Halle 700 Quadratmeter Kletterfläche geboten. Hinzu kommen noch einmal 130 Quadratmeter für Boulder-Kletterer – also eine Wand, an der man ohne Sicherheitsseil, dafür aber mit Fangmatten am Boden klettern darf. Außerdem soll es auch Kletterwände unter freiem Himmel geben. Konzipiert sei die Anlage so, dass noch weitere 800 Quadratmeter Kletterfläche als Ausbaureserve zur Verfügung stehen, so Silvia Scheel. Außerdem gibt es einen separaten Kinderbereich, einen Schulungsraum sowie ein Bistro mit Außenterrasse.
Für die Stockelsdorfer Unternehmerin ist die Kletterhalle zugleich ein Neuanfang. Nachdem die 46-Jährige durch die Finanzkrise ihren Job als Prokuristin in einer Firma 2009 verlor, feilte sie zwei Jahre am Konzept der Kletterhalle, sicherte die Investitionssumme von knapp einer Million Euro und startet jetzt neu durch. Perspektivisch will Silvia Scheel zwei bis drei neue Vollzeitarbeitsplätze und mehrere Teilzeitstellen in Stockelsdorf schaffen. „Ich bin sicher, dass Stockelsdorf genau der richtige Standort ist“, erklärt Silvia Scheel. Denn die Nähe zu zwei Autobahnabfahrten soll auch Kletterern aus Kiel, Hamburg, Ratzeburg, Wismar oder Schwerin entgegenkommen.
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