Lübeck – Zwei Stunden lang standen die Telefone in der Essener Redaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung nicht still. Am Hörer: Julius Brink und Jonas Reckermann, die Beachvolleyball-Europameister. Unter dem Titel „Meer Flair“ gaben die „offiziellen Urlaubsbotschafter von Timmendorfer Strand und Niendorf“ gemeinsam mit Tourismuschef Christian Jaletzke Lesern Tipps für den Urlaub an der Ostsee, verrieten ihr Lieblingshotel, den Ort, wo der Fisch am besten schmeckt.
In sechs Monaten werden sie ihre Empfehlungen überprüfen, wenn sie vom 23. bis 26. August ihren Meistertitel verteidigen. Das ist jetzt perfekt. Denn vor dem Essen-Trip hat Jaletzke den 16-seitigen Kontrakt als Ausrichter mit der vom Volleyball-Verband beauftragten Münchner Agentur sae (sportsandevents) unterschrieben, inklusive einer Option für 2013. „Wir sind ohne Probleme zügig zum Matchball gekommen“, berichtete Jaletzke. Auch sae-Geschäftsführer Christian Dau ist froh, „denn die Meisterschaften gehören einfach nach Timmendorf. Es gibt keinen besseren Ort.“ Seit 1993 werden die Titelträger neben der Seebrücke gekürt. Zum 20. Jubiläum verspricht Dau neben Weltklasse im Sand „etwas besonders Schönes“. Jaletzke kennt Details: „Am Freitag wird es eine Pyro-Performance zum Thema Beachvolleyball geben.“ Angefragt hatte er auch für ein Open-Air-Konzert als Eröffnung, unter anderem bei Katie Melua, doch beim Preis von 180 000 Euro schnell abgewunken. „Wir planen trotzdem ein Konzert, aber kleiner und am Samstag.“ Für die Gemeinde ist die Beach- DM, in die sie mehr als 100 000 Euro per anno investiert, das Flaggschiff, „als saisonverlängernde Maßnahme und Image-Träger unverzichtbar“, verweist Jaletzke auf Clipping-Statistiken, die nahezu komplett belegten 10 100 Betten, die proppevollen Bars und Restaurants.
Darauf hatte auch die Insel Fehmarn wieder gehofft. Doch das Turnier am Südstrand, das im Vorjahr nach 13 Jahren vom Spielplan gestrichen wurde, geht bei der smart beach tour 2012 erneut leer aus. Gebaggert wird in sechs Städten und zweimal am Strand (Norderney und St. Peter Ording) um insgesamt 120 000 Euro Preisgeld. „Fehmarn hatte sich wie auch Binz beworben, doch unsere Sponsoren wollen in die Städte, dahin, wo ihre Händler und Kunden sind“, beugte sich sae-Chef Dau dem smarten Diktat. Nur am Timmendorf-Finale, das im Vorjahr trotz miesem Wetter immerhin 42 000 Zuschauer auf die Tribünen lockte, gebe es nichts zu rütteln.
Jaletzke freut sich schon auf das Wochenende mit seinen Urlaubsbotschaftern Brink/Reckermann: „Wir drücken die Daumen, dass wir sie dann als Olympiasieger begrüßen können.“ „Meer Flair“ ginge kaum.
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