Anrufer bei den LN beklagten, dass dort womöglich illegal abgeholzt werde. Schließlich befänden sich in der Nähe Graureiherhorste, die schützenswert seien. Außerdem würden dort immer dann die Sägen kreischen, wenn in den Behörden niemand erreichbar sei, also am Wochenende und nach Dienstschluss. Dürfen dort Bäume gefällt werden? Die LN fragten bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) nach. Deren Chef Thomas Falck wusste von den aktuellen Fällarbeiten nichts. Doch als er „Kükels“ hörte, schrillten bei ihm die Glocken.
In Kükels habe seine UNB bereits zweimal jemanden wegen Holzfällarbeiten abgemahnt, dass er im Bereich der Reiherhorste nicht sägen dürfe. „Wir haben ihn häufiger verpflichtet und aufgefordert, das Fällen der Bäume im Umfeld der Reiherkolonie zu unterlassen.“ Wenn es sich jetzt erneut um den selben Mann handele und der wieder in der Nähe der Horste Bäume fälle, dann sei das ja Vorsatz, so Falck. Er sagte zu, einen Mitarbeiter nach Kükels zu schicken, damit der sich einen Eindruck verschafft.
Ergebnis: Mindestens drei der vier dortigen Horste von Graureihern seien belegt. Die Horste liegen dicht an der Straße. Die Vögel und „deren Habitatstrukturen sind artenschutzrechtlich geschützt.“ Der Graureiher sei zwar nicht vom Aussterben bedroht, „aber“, so Falck, „so viele gibt es bei uns auch nicht, dass überall Kolonien vorkämen.“ Und das wisse der Mann, der in den beiden letzten Jahren mehrfach abgemahnt worden sei, auch.
Ob die Graureiher bereits mit dem Nestbau angefangen haben, ist unbekannt. Doch da diese Reiher ihre Nester regelmäßig besetzten, „gilt ihre Zufluchtstätte als geschützt“, erklärt Falck. Aber: Das Fällen von Bäumen entlang der Einfallstraße nach Kükels (von Leezen kommend) und entlang der Au habe dieses Mal „in einer Entfernung stattgefunden, die nicht relevant für die Graureiherkolonie ist. Für sie gilt ein Umgebungsschutzbereich nach Artenschutzrecht von rund 100 Metern. Innerhalb dieser 100 Meter darf im Wald nichts gemacht werden“, erläutert Falck. Mit den Grundeigentümern sei gesprochen worden. Sie hätten zugesagt, sich an die Auflagen zu halten. Falck beruhigt: „Noch ist kein artenschutzrechtlicher Schaden entstanden.“
Interessant ist, dass sich in der Graureiherkolonie auch mehrere Silberreiher aufhalten. Ungewöhnlich, denn eigentlich leben die im Mittelmeerraum, so Falck. Offenbar herrsche dort ein so hoher „Populationsdruck“, dass sie nach Norden ausweichen mussten.
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