„Wir haben die leeren Taschen noch einmal umgekrempelt“: Leicht, so Innenminister Klaus Schlie, sei es der Landesregierung nicht gefallen, 100 000 Euro für die Umgestaltung des Bad Segeberger Landesturnierplatz zum Allwetterplatz locker zu machen. Doch gestern brachte der Minister den Zuwendungsbescheid mit. Damit übernimmt das Land mehr als ein Drittel der 271 000 Euro, die für die Umgestaltung veranschlagt werden.
Als Innenminister habe man schließlich nicht nur mit Bandenkriminalität zu tun: „Ich bin auch Sportminister“, sagte Schlie und bescheinigte dem Bad Segeberger Landesturnierplatz, im Volksmund Rennkoppel genannt, eine „Strahlkraft“ für das ganze Land. Er gab Dieter Medow, dem Vorsitzenden des hier residierenden Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Recht: „War wohl doch gut, dass der Minister sich letztes Jahr das große Landesturnier einmal selbst angesehen hat.“
Nachdem die Dressurreiter bereits seit geraumer Zeit wieder einen Platz im Top-Zustand haben, können sich nun auch die Springreiter auf bessere Zeiten freuen: Durch die Zusage des Landes steht der Umgestaltung nichts mehr in Wege. „Der einmalige Charme des gesamten Areals rund um den Landesturnierplatz muss erhalten bleiben. Dennoch ist es erklärtes Ziel, der stetigen Entwicklung unseres Leistungssports zu folgen“, heißt es dazu vom Vorstand.
Für die 271 000 Euro soll der große Platz für die Springreiter neu aufgebaut und zugleich wettersicher gemacht werden. Will heißen: Auf 80 mal 100 Metern entsteht ein wetterunabhängiger Sandplatz, der neben dem jetzigen Hauptareal auch das angrenzende Gelände zum Teil einschließt.
Der Landesturnierplatz wird in den jüngsten Jahren noch stärker genutzt als je zuvor: Pro Jahr finden hier mindestens acht Pferdesportveranstaltungen in den verschiedenen Disziplinen statt – vom großen Landesturnier mit den Hamburg-Schleswig-Holsteinischen Meisterschaften in diversen Disziplinen über die Holsteiner Landesmeisterschaft der Gespannfahrer und das Kreisturnier des Reiterbundes bis hin zum Landesponyturnier: Kreis-, Landes- und Internationale Meisterschaften in Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Gespannfahren, einschließlich bereits häufiger ausgetragene Deutsche und Europa-Championate, die Jahr für Jahr tausende Zuschauer auf den Turnierplatz locken.
Diese Bedeutung Bad Segebergs für die Reiterei im ganzen Land und darüber hinaus würdigte auch der Minister: „Wenn man vom Pferdeland Schleswig-Holstein spricht, dann müssen wir diese Überschrift auch mit Inhalten füllen.“ Die reitsportlichen Vereinigungen seien dafür ein beredtes Beispiel, und dem PSH-Vorsitzenden Dieter Medow bescheinigte Klaus Schlie gestern „ein ausgesprochen sympathischer, aber auch hartnäckiger Verhandlungspartner“ zu sein. Medow wiederum verwies darauf, dass sein Verband sowie der Club der Springreiter sich gern bereit erklärt hätten, die aufwendige Anlage auch zu pflegen und zu unterhalten. Immerhin sei Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, das noch Abteilungswettkämpfe im großen Stil anbiete: „Wir hatten im Vorjahr 34 verschiedene Abteilungen von Jugendlichen, das gibt es sonst nirgendwo.“
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