Endlich! Da haben drei großartige Hamburger Musiker es geschafft, die Zuhörer nach nur gut zehn Minuten vom „Hocker“ zu reißen. Als „Söhne Hamburgs“ zelebrierten Joja Wendt, Stefan Gwildis und Rolf Claussen ein Konzert der Extraklasse.
Und zwar so virtuos, dass einem die Ohren überliefen. Drei hochmusikalische Jungs toben sich auf der Bühne aus und das Publikum darf dabei sein. Das ist wohl die passendste Umschreibung für einen Abend, bei dem die Künstler vom berühmten Jung’, der „mit’n Tüddelband an de Eck steiht“ den Bogen über Rock, Pop, Jazz, Soul und Schmählieder bis hin zur Klassik spannten. Das Ganze angereichert mit jeder Menge Witz und Slapstick-Einlagen. Da flogen Schlüpfer und es wurde mit vollem Mund gesungen. Nicht alle Scherze waren geschmackssicher, aber das Gros fügte sich mit den gemeinsamen Songs und großartigen Soli zu einem großen Ganzen, bei dem jeder der Künstler sich ordentlich aus seinem eigenen Repertoire bediente.
Zu dem gelungenen Abend, der verspätet begann, dafür aber bis weit nach 23 Uhr andauerte, trugen neben dem Front-Trio maßgeblich die Musiker der Band bei: Jörn Heilbutt an der Gitarre, Achim Rasain am Bass, Martin Langer am Schlagzeug sowie Keyboarder Tobias Neumann. Der krachende Einstieg der Band in die zweite Konzerthälfte, zusammen mit Joja Wendt, wäre auch ein passender Opener für das Wacken-Open-Air, das weltgrößte Heavy-Metal-Festival, gewesen. Erwähnt werden muss an dieser Stelle unbedingt Geiger Florentin Chiran, der nicht nur mit Rimski-Korsakows „Hummelflug“ beim Publikum für Beifallstürme sorgte.
Es gibt zwei gute Nachrichten für all diejenigen, die das fröhliche Spektakel verpasst haben: Am Sonnabend treten die „Söhne Hamburgs“ im Stadtpark der Hansestadt auf (ab 19 Uhr) und am 10. März 2012 wird Stefan Gwildis mit seinem neuen Programm außerplanmäßig ins Kleine Theater kommen. Einen Wermutstropfen gibt es dafür für Freude des Chansoniers Denis Fischer, der mit einem Leonard-Cohen-Abend am 9. März in Wahlstedt gastieren wollte: Der geplante Auftritt wurde abgesagt. Leonard Cohen höchstpersönlich hat Fischer untersagt, seine Lieder auf Deutsch zu singen, denn der kanadische Sänger und Komponist plant selbst ein ähnliches Programm.
Mit Markus Maria Profitlich geht die Saison im Kleinen Theater am 22. September weiter. Es gibt noch Restkarten (ab 22 Euro). Unter http://www.theater-wahlstedt.de
gibt es Infos.
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