Das Eisbein – auch Gnagi, Wädli, Hämmche, Bötel oder Knöchla genannt – ist der Teil des Schweinebeins der zwischen Ellenbogen beziehungsweise Kniegelenk und dem Fußwurzelgelenk liegt. So ist es bei der Wissensbank Wikipedia zu lesen. Dem ist hinzuzufügen, dass der Holsteiner Küchenklassiker zentimeterdick mit Fett ummantelt ist und mit Erbsenpüree, Sauerkraut, Salzkartoffeln, Speckstippe und Senf serviert wird. So wie am Wochenende im Vitalia Seehotel, als die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg zum traditionellen Verzehr eben jenen tierischen Körperteils eingeladen hatte, um 495 Freunde, Förderer sowie Kollegen aus dem Blaulicht-Milieu satt zu bekommen.
Mancher Gast verzichtete zugunsten einer magereren Portion Kassler aufs Schweinebein. Nicht so Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der sich die Einladung nicht entgehen und dazu verlauten ließ, dass seine Frau ihn ganz besonders um diesen Termin beneide. Der Landesvater lobte das ehrenamtliche Engagement der Brandbekämpfer, von denen bundesweit in 25 000 Feuerwehren 1,3 Millionen Menschen aktiv seien, davon über eine Million als Freiwillige. „Wir haben mehr Aktive als die Vereinigten Staaten“, betonte Carstensen. Mit Blick auf die A 20 ließ er sich zwar nicht zu Spekulationen hinreißen, doch unterstrich er, dass „der Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Frühjahr zu haben ist“. Als einen „äußerst angenehmen Termin in dieser ach so gebeutelten Stadt“, bezeichnete Bürgermeister Dieter Schönfeldt die Veranstaltung. Er hob ebenfalls die Bedeutung des Ehrenamtes und die städtische Verantwortung ihr gegenüber hervor, allerdings mit einem kräftigen Seitenhieb nach Wahlstedt, deren trauriges Schicksal es sei, eine wichtige 600 000 Euro-Anschaffung nicht leisten zu können. Gemeint war die Drehleiter.
Neben dem Ministerpräsidenten, Wehrführer Mark Zielinski, IHK-Vizepräses Bernd Jorkisch, Dieter Schönfeldt und weiterer Lokalprominenz hatten Bürgervorsteherin Ingrid Altner und Landrätin Jutta Hartwieg ihren Platz am VIP-Tisch, der damit Spitzenreiter in Sachen Frauenquote wurde. Bestenfalls eine Handvoll Weiblichkeit gehört zum Eisbeinessen. Denn auch das ist Tradition: essen, trinken, schnacken – alles Männersache. Dank des allseits als köstlich gelobten Mahls ordentlich gestärkt und wegen der wenigen, zudem kurzen Reden in guter Stimmung, genossen die Gäste die musikalische Untermalung des Musikzugs Großenaspe und das Programm der Feuerwehr-Kabarett-Truppe. Ihr Auftritt – aktualisiert und ergänzt – war das Dessert.
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