Bad Segeberg – Auf „gut eine Viertel Million Euro“ schätzt Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski den Schaden durch ein Feuer, das am Freitagabend (die LN berichteten) über 80 Feuerwehrleute mobilisiert hatte. Das Werkstattgebäude der Zimmerei von Peter Hamelau im Asternweg 5 wurde dabei völlig zerstört. Wie üblich, hat die Kriminalpolizei den Brandort beschlagnahmt. Ein Mann von der Versicherung hat sich gestern den Schaden schon einmal angesehen. Und ein sichtlich deprimierter Peter Hamelau war am Sonnabend damit beschäftigt, den Schaden zu sichten, herauszufinden, was alles vernichtet wurde – und was vielleicht noch verwendet werden kann. Beim Gebäude dürfte Totalschaden gegeben sein.
Das Feuer war gegen 20.30 Uhr ausgebrochen – etwa einen Steinwurf von der vor einigen Tagen ebenfalls ausgebrannten Wachsfabrik Rühlmann. Was den aktuellen Schaden so ungleich komplizierter für die Rettungskräfte gemacht hat, war die Temperatur: minus 15 Grad. Das war nicht nur für die Blauröcke eine bittere Erschwernis, da mussten auch Hydranten erst gangbar gemacht werden. Und da streikte auch mitten im Einsatz die Bad Segeberger Drehleiter. Sie ließ sich plötzlich nicht mehr bewegen. Die Drehleiter war nötig, nicht etwa weil das Gebäude so hoch war. Sondern weil die Feuerwehrmänner nicht von oben an die Flammen gelangen konnten. Grund war die offenbar spezielle Konstruktion des Daches. Es wurde später mit einem Teleskoplader angehoben, um in das Gebäude spritzen zu können. Es brach wenig später in sich zusammen. Was war los mit der Drehleiter? Zielinski: „Das werden wir genau untersuchen: Entweder war es einfach zu kalt oder etwas war eingefroren.“ Als die Drehleiter später wieder in der geheizten Garage stand, sei sie wieder gängig gewesen. Doch zum Glück waren die alarmierten Kameraden der Bad Oldesloer Wehr mit ihrer Drehleiter rasch zur Stelle gewesen.
Als mögliche Ursache für das Feuer gab Zielinski einen vermutlich defekten Elektroofen an. Erschwert wurde die Brandbekämpfung vor allem dadurch, dass niemand so recht wusste, was sich in dem Gebäude befand – zum Beispiel brennbare oder andere gefährliche Stoffe, die eine bestimmte Vorgehensweise erforderlich machen würden. Wie sich später herausstellen sollte, befand sich „alles Mögliche“ in dem Gebäude – von einem Wohnwagen über Motorräder, Baustoffe und anderes mehr.
Die lange Freitagnacht hatten sich die gut 80 Kameraden wohl anders vorgestellt. Einsatz statt Disco. Gegen 3 Uhr sei man im Feuerwehrhaus fertig gewesen, sagte Zielinski. Fix und fertig. Und kalt. Da sei es eine schöne Sache gewesen, dass das Deutsche Rote Kreuz die Brandbekämpfer zwischendurch mit warmen Getränken versorgt hatten.
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