Die letzten zehn Jahre waren die Dekade von Sparbuch und Gold, was nicht heißt, dass es künftig so bleibt. Wer orientiert sich schon nach vorn im Rückspiegel mit verklebter Windschutzscheibe? Ha! Die meisten. Am besten ist, man meidet verderbliche Ware als Wertaufbewahrungsmittel. Ich hatte es mal mit Alpenveilchen versucht. Der Komposthaufen war sehr glücklich.
Experten sagen, Erspartes soll sicher sein. Taugen Bar- oder Termingeld und Lebensversicherungen als Wertspeicher? Jährlich werden den Versicherern 177 Milliarden Euro dafür überwiesen. Sie investieren es meist in Anleihen und in der Hoffnung, dass der Schuldner auch künftig noch zahlen wird. Und dann geht es schief wie damals, als meine Alpenveilchen die Blätter plötzlich hängen ließen. Was ist das? Jetzt, da die EU den Handel mit „spekulativen Wertpapieren“ verbieten will, fragt man sich, ob das auch auf Staatsanleihen zutrifft, von denen einige ihr Verfallsdatum überschritten haben. Es riecht wie damals mein Komposthaufen.
Alles sicher? Versicherungen legen die Hälfte der Gelder in Bankanleihen an. Ganz sicher! Jedenfalls, solange die „Retter“ unterwegs sind, also Regierungen und die Europäische Zentralbank (EZB) als deren Finanzier. Sie gießen Finanzmärkte wie ich früher Alpenveilchen. Es geht wohl nicht anders, heißt es. Die Entscheidung steht in den nächsten Wochen an, ob die EZB den letzten Retter spielt. Sie muss sich entscheiden: Inflation und Chaos im Geldbeutel oder Chaos auf den Straßen. Was ist schlimmer?
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