Der finnische Frachter «Arctic Sea» war unter rätselhaften Umständen fast drei Wochen verschwunden. Ein Rückblick:
- 24. Juli: Nahe der schwedischen Ostseeinseln Gotland und Öland rast ein Schlauchboot auf die «Arctic Sea» zu. Nach Medienberichten geben sich acht bewaffnete Männer als Drogenfahnder aus, nehmen die 15 russischen Besatzungsmitglieder gefangen. Nach zwölf Stunden verschwinden die mutmaßlichen Piraten unerkannt und ohne Beute.
- 28. Juli: Die britische Küstenwache hat Funkkontakt zur «Arctic Sea», die gerade die Straße von Dover durchquert.
- 30. Juli: Das 98 Meter lange Schiff wird vor der nordfranzösischen Küste geortet.
- 31. Juli: Nach Angaben der schwedischen Polizei hat die Reederei der russischen Botschaft in Helsinki einen Bericht übergeben. Moskau habe die Polizei in Schweden aber erst vor kurzem eingeschaltet. Das Schiff soll inzwischen vor Spanien oder Portugal unterwegs sein.
- 12. August: Russlands Marine beteiligt sich an der internationalen Suche. Präsident Dmitri Medwedew befiehlt «alle notwendigen Maßnahmen» zum Auffinden und notfalls zur Befreiung des Schiffs.
- 13. August: Neben einem Piratenüberfall ist nun auch Waffen- oder Drogenschmuggel sowie die mögliche Beteiligung der osteuropäischen Mafia im Gespräch. Die russische Marine konzentriert sich bei ihrer Suche auf die Gegend um Gibraltar.
- 14. August: Ein Sprecher der EU-Kommission sagt, es habe nach dem mysteriösen Überfall in der Ostsee einen zweiten Angriff vor der Küste Portugals gegeben. Lissabon bestreitet, dass sich die «Arctic Sea» in jüngster Zeit in portugiesischen Gewässern bewegt habe.
- Ein Militärsprecher in Brüssel sagt, das Schiff sei nicht gesunken. Seine Position sei bekannt, werde aber aus taktischen Gründen nicht bekanntgegeben.
- Die Regierung der Kapverden teilt mit, das Schiff sei rund 400 Seemeilen (720 Kilometer) nördlich des Inselstaates vor der westafrikanischen Küste gesichtet worden.
- 15. August: Russland dementiert das, die «Arctic Sea» bleibt verschwunden.
- 17. August: Der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow teilt mit, die Besatzung des vermissten Frachters sei in Sicherheit.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.
