Bad Segeberg /Klein Rönnau – Noch nie waren sie so wertvoll wie heute: Die Bad Segeberger „Silberlinge“. Für 1,15 Euro können die Bad Segeberger ohne Parkplatzprobleme quer durch die Stadt fahren. Und an den Haltestellen scheinen zwischen den Schneebergen jetzt mehr Fahrgäste zu warten als je zuvor. Immerhin gibt es den Stadtbus schon seit Ende 2002. Jetzt soll er Bad Segeberg und Klein Rönnau verkehrstechnisch noch besser zusammenwachsen lassen. So ist der Plan. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld spricht von einer „Win-win-Situation“– beide Kommunen können davon profitieren. Doch noch stehen Verhandlungen an, die Stadtvertretung muss dem Plan zustimmen.
Die beiden Stadtbuslinien mussten komplett überarbeitet werden. Claudius Mozer, Geschäftsführer der Südholstein Verkehrsservice Gesellschaft, ist dabei, im Auftrag der Stadt ein Konzept zu entwickeln. Er sieht keine „verkehrstechnischen Probleme“ bei der Anbindung von Klein Rönnau. Natürlich müsse für den Erhalt des 30-Minuten-Taktes dann aber auf Haltestellen verzichtet werden. Ein erster Planentwurf für die beiden Stadtbuslinien 7751 und 7752 – letztere soll nach Klein Rönnau fahren – liegt bereits vor. Sicher ist schon jetzt, dass zum Beispiel der Ihlwaldfriedhof dann nicht mehr direkt angefahren werden könnte, was für einige Bürger sicher eine Härte wäre, gibt Schönfeld zu. Dafür könnte dann aber die Neurologische Klinik besser angebunden werden, berichtet Amtsleiter Holger Mazuw. Angestrebt werde, dass sich im 300-Meter-Radius eine Haltestelle befindet. Mazuw: „Wir stehen aber noch ganz am Anfang der Planung.“ Frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember wäre die Einbindung Klein Rönnaus möglich.
Zurzeit arbeitet Mozer noch an dem Finanzierungskonzept für den Stadtbus-„Schlenker“ nach Klein Rönnau. Mehr Kilometer fallen an. Klein Rönnau muss sich an den Stadtbuskosten beteiligen. Hierzu soll der Gemeinde demnächst ein Angebot gemacht werden. Rönnaus Bürgermeister Dietrich Herms wartet „jetzt erst einmal ab, welche Preisvorstellungen die Bad Segeberger haben. Denn wenn wir 50 000 Euro im Jahr dafür bezahlen sollen, dann können die das streichen.“
Zurzeit muss der Haushalt der Kommunalen Mittelzentrumsholding ein Stadtbusdefizit von 300 000 Euro verkraften. Ab 2011 wird dieses um 65 000 Euro gesenkt, weil die Abschreibung wegfällt. Auch rechnet man durch Anbindung der 1500-Seelen-Gemeinde mit einer Erhöhung der Fahrgastzahlen. Denn die Rönnauer sind richtig heiß auf eine bessere Bus-Anbindung an die Einkaufszentren der Stadt. Bürgermeister Dietrich Herms sprach erst vorgestern deshalb mit seinem Kollegen Schönfeld. „Bei uns gibt es immer wieder Beschwerden, dass es in den Ferien für nichtmotorisierte Bürger fast unmöglich ist, die Geschäfte in Bad Segeberg zu erreichen.“ Er hoffe, dass der Bus bald nicht mehr in die Bad Segeberger Dorfstraße abbiege, „sondern auch Märkte wie Famila, Aldi und Megaland anfährt und dann bis nach Klein Rönnau kommt“. End- und Wendepunkt könnte der Dorfplatz sein. Die Zusammenarbeit von Bad Segeberg und Klein Rönnau soll nicht nur auf den Busverkehr beschränkt bleiben. „Auch bei der Ausweisung von Wohngebieten könnte ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen“, erklärte Herms. „Uns trennt doch eigentlich nur das Ortsschild“, steuert Schönfeld bei. Für ihn ist der Stadtbus nur der kleine Anfang einer großen Zusammenarbeit.
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