Von Uwe Krog
Reinfeld/Bad Schwartau – Still und leise, nur mit dem Wissen von Eingeweihten hat die Bahn zwischen Lübeck und Hamburg ein Schallschutzgutachten erstellt.
Für das Stadtgebiet von Reinfeld kann sich Ute Plambeck, Bahnbevollmächtigte für Hamburg und Schleswig-Holstein, nun eine Mischung aus „aktivem und passivem Lärmschutz“ vorstellen. Also eine Mischung aus Lärmschutzwänden und -fenstern in Privathaushalten entlang der Gleise. Eine Vorstellung, die Gabriele Huhn (CDU) als städtische Planungsausschussvorsitzende nach Gesprächen mit Bahnvertretern im Reinfelder Rathaus nur bedingt teilt. Huhn hätte lieber „ein einheitliches Bild“. Zu rechnen ist mit längeren Verhandlungen. „Wir müssen“, sagt Bahnmanagerin Plambeck, „planerisch zusammenarbeiten.“
Der freiwillige Lärmschutz der Deutschen Bahn gehört zum Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“. Jährlich 100 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Allerdings sollen davon 1190 Ortsdurchfahrten profitieren.
Und eine davon wird nun auch Bad Schwartau sehr zur Freude von Bürgermeister Gerd Schuberth sein. Obwohl zunächst nicht dafür vorgesehen, ist die Stadt auf 6,1 Kilometern nun doch in das Lärmschutzprogramm mit aufgenommen worden, weil die Strecke vom zunehmenden Bahnverkehr zwischen Dänemark und Hamburg belastet wird. Die Untersuchung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Anlass für die umfangreichen Vorhaben der Bahn ist die kommenden Fehmarnbelt-Querung und deren Folgen für das Hinterland.
Den anwachsenden Zugverkehr wird besonders Reinfeld spüren. Schließlich rechnet die Bahn nach Fertigstellung der Belt-Querung mit einer Steigerung von derzeit zehn Güterzügen pro Tag und Richtung zwischen Hamburg und Lübeck auf dann jeweils 49. Hinzu kommen die Nahverkehrszüge, deren Zahl von jetzt 38 allerdings nicht zunehmen soll. Aber die Zahl der zurzeit acht Fernverkehrszüge soll auf 13 in jede Richtung steigen. Macht unterm Strich 200 Züge pro Tag. Zwei Brücken, eine für Fußgänger, eine für Fahrzeuge über die Gleise sollen deshalb den Übergang in der Straße Am Zuschlag ersetzen. Das wollen die Stadtvertreter am 22. Februar als Bebauubngsplan beschließen.
Noch völlig offen ist dagegen, wie der Reinfelder Kalkgraben, der ebenfalls von Schienen quer durchschnitten wird, von dauergesenkten Schranken verschont werden kann. Reinfelds Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt: „Zwar gibt es Querungspläne ein wenig außerhalb der Stadt, aber die stehen noch nicht auf der Agenda.“ Es müsse zunächst abgewartet werden, wie sich die Lösung am Bahnhof auswirkt.“
Das Treffen zwischen Reinfeldern, Vertretern des Amtes Nordstormarn und Bahn-Managern jetzt war nicht das erste seiner Art im Rathaus. Eingeladen hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gaedchens, unterstützt von seinem Fraktionskollegen Gero Storjohann. Gaedechens lobte die sachliche Atmosphäre. „Die Bahn hat gelernt, die Leute bei ihren Vorhaben mitzunehmen“, resumierte er. „Und genau das wollen sie.“
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