Ausbau der Alten Schule Lasbek wird deutlich teurer als festgelegt
Senkrecht statt waagrecht, wie erst geplant, verläuft die Holzfassade des Anbaus an die Alte Schule Lasbek-Dorf, an der Zimmermeister René Peters arbeitet.
Foto: jw
Wer diese Tür später durchschreitet, kommt rechterhand in den rund 180 Quadratmeter großen Saal des neuen Anbaus an die Alte Schule in Lasbek-Dorf. Wer sich links hält, landet in der Alten Schule. Hier steht noch viel Eigenleistung an. Im Saalanbau mit Blick ins Grüne durch wandhohe Fensterelemente arbeiten Fachfirmen auf Hochtouren. Am 21. April wird Einweihung gefeiert – dann sollen der Neubau und das Erdgeschoss des Altbaus fertig sein.
Über mehrere Wahlperioden hatten Dorfparlamente für die Schaffung eines Gemeindezentrums geplant, verworfen, gestritten, abgestimmt. „Jetzt, in der Praxis, gibt es keine zwei Meinungen mehr“, sagte Karl Pantwich (Allgemeine Wählervereinigung, AWV) den LN bei der jüngsten Bausbesprechung unter Leitung von Architektin Christina Härtner. „Alle ziehen an einem Strang“, ist Bürgermeister Harald Lodders (SPD) sicher.
Erika Witten, die sich im Juli 2010 vehement für einen Anbau aus Steinmauerwerk statt mit Holzfassaden aussprach, stimmt zu. Sie fände Stein immer noch schöner, doch nach einigen Änderungen am ersten Architektenentwurf gefällt ihr jetzt auch der preisgünstigere Holzanbau, der im Eingangsbereich zur Auflockerung ein Stück Mauerwerk bekommt. Sie freut sich, dass die Alte Schule erhalten wird. „Alt- und Neubau zusammen werden ein Hingucker sein.“
So sehr die Dorfpolitiker auch hingeguckt haben, was die Kosten anbelangt – klar ist jetzt, dass die als Obergrenze genannten 800 000 Euro nicht ausreichen. „Diese Grenze war willkürlich gesetzt“, gibt Harald Lodders zu bedenken. Vor allem Überraschungen verteuern das Projekt. Das begann, als bei den Baggerarbeiten eine alte Klärgrube aus Dorfschullehrer-Zeiten entdeckt wurde. Es setzte sich fort, als feststand, dass aus statischen Gründen in den Altbau zusätzliche Träger eingezogen werden mussten, weil der bisherige Dachboden zum Jugendtreff ausgebaut wird. Und nun müssen beispielsweise die Innenwände neu verputzt und gestrichen werden, weil die Entscheidung gefallen war, die Holzvertäfelungen abzureißen. So kamen Tausende und Zehntausende Euro hinzu.
Mit der in die warme Jahreszeit verschobenen Dachsanierung im Altbau erwartet der Bürgermeister eine Kostensteigerung auf wohl eine Million Euro. „Das wird nicht reichen“, ist Richard Frey (CDU) schon jetzt sicher und rechnet eher mit 1,2 bis 1,3 Millionen Euro. Wie auch immer, die Gemeinde, die 600 000 Euro besonders zinsgünstiges Darlehn aus dem Kommunalen Investitionsfonds bekommt, muss die Kreditaufnahme erhöhen. Damit es so wenig wie möglich wird, hofft Bürgermeister Lodders auf große Beteiligung der Einwohner bei der Eigenleistung.
Die ist auch im Dachgeschoss erforderlich, das bis zur Einweihung nicht fertig sein kann. Jan-Christopher Otto (SPD) schlägt vor, die Öffnung in der Erdgeschoss-Decke nach oben dann mit Folie zu verschließen. Fertig ist im April aber selbstverständlich der Eingang. Die Tür hat dann einen Knaufzylinder, denn dann kann sie – als erster Fluchtweg – von innen immer ohne Schlüssel geöffnet werden, selbst wenn sie abgeschlossen ist.
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