Die Arbeiten waren ausgesetzt worden, weil der Firma Bedenken auf Grund des Ergebnisses des Gutachtens vom Kampfmittelräumdienstes gekommen waren (die LN berichteten). Einwände kamen auch von der Berufsgenossenschaft.
Oliver Kinast, Leiter des Kampfmittelräumdienstes mit Sitz in Kiel, erklärt jetzt auf Anfrage der LN, dass „aus unserer Sicht keine Bedenken gegen den Bau bestehen“. Bereits im Jahre 2010 hätte der Kampfmittelräumdienst im Auftrag der Stadt Bad Oldesloe eine Luftbildauswertung gemacht. Dabei wird, so Kinast, die Auswertung in drei Kategorien eingeteilt. Höchste Gefahr bestünde dann, „wenn man den Verdacht auf einen Bombenblindgänger hätte“, erklärt der Experte. Zur zweiten Kategorie zählt beispielsweise die Entdeckung eines Bombenkraters, im dritten Fall sei eine Zerstörung auf dem Grundstück nicht zu erkennen, aber in der Nähe. „Es gab keine Hinweise auf Bombenblindgänger, es ist aber nicht auszuschließen. Einen Ausschluss gibt es nie“, erklärt der Kampfmittelräumer. Denn Jagdbomber, die alleine unterwegs waren, die nicht großflächig wie zum Kriegsende in Bad Oldesloe ihre Bomben abgeworfen haben, sondern vereinzelt, die seien auf Luftbildern nicht erfasst worden. Deshalb hat der Kampfmittelräumdienst in seinem ersten Gutachten empfohlen, sich das Grundstück mit „Magnetometern“ vorzunehmen.
Das Magnetometer misst am Boden das Erdmagnetfeld und weist auf Störungen hin, beispielsweise Blindgänger. „Aber wir haben festgestellt, dass da nichts zu messen ist“, erklärt Kinast. Und den Ratschlag gegeben, 50 Zentimeter des Oberbodens abzutragen, um Quellen, die das Messen unmöglich machen, zu entfernen.
Der Oberboden wurde abgetragen, „aber es waren immer noch Störquellen drin.“ Trotzdem sieht der Kampfmittelräumdienst das Risiko minimiert. „Wir haben die Bauleute belehrt, was zu tun ist, falls sie doch was finden“, so der Experte. Er war überrascht zu erfahren, dass die Firma sich dann doch entschieden hatte, nicht weiterzuarbeiten. „Es ist das erste Mal, dass ich solche Probleme habe.“
Die Gefahr Munition, Waffen oder andere Kampfmittel zu finden „besteht in ganz Schleswig-Holstein, in ganz Deutschland. Schleswig-Holstein war Rückzugsgebiet für Wehrmachtsoldaten, die haben ihre Waffen vergraben oder in Tümpel geworfen“. Für noch mehr Informationen hätten Bohrungen gemacht werden können, ähnlich wie beim Bad Oldesloer Schwimmbad oder auf dem Grundstück vom geplanten Katastrophenschutzzentrum. „Aber wir halten das für nicht erforderlich.“ Mit dieser Entscheidung hat Kinast auch „keine Bauchschmerzen“. Kerstin Kuhlmann-Schultz
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.
