Bad Oldesloe – Genau genommen hätte der VfL Oldesloe bereits im vergangenen Jahr groß feiern müssen. Aber da bei der Fahnenweihe als Gründungsjahr 1862 und nicht 1861 eingestickt wurde, steigt halt nun in diesem Jahr die große Jubiläumssause zum 150-jährigen Bestehen. Der unterhaltsame Empfang gestern in der Festhalle bescherte nicht nur einen Einblick in die Geschichte des ältesten Vereins im Kreis Stormarn, sondern machte auch Appetit auf viele weitere Veranstaltungen, die in diesem Jahr geplant sind. Rund 200 Gäste waren der Einladung des VfL gefolgt, hörten so manche Anekdote und staunten über diverse Vorführungen des sportlichen VfL-Nachwuchses.
„Es ist nicht alltäglich, eine Rede zu einem 150-jährigen Jubiläum zu halten“, sagte Detlef Rädisch, seit einem Dreivierteljahr Vorsitzender des VfL. Er skizzierte einen historischen Abriss und hob besonders Karin Wendt hervor, bei der viele Jubiläumsfäden zusammenlaufen, sowie Walter Busch. An dem 84-jährigen VfL-Urgestein, der 36 Jahre lang Vorsitzender war, kam natürlich keiner der Redner vorbei.
Busch selbst hatte Rädisch zuvor ermahnt, einen „kurzen und knackigen Empfang“ abzuhalten, der Ehrenvorsitzende selbst sorgte jedoch mit einer langen Rede (natürlich op Platt) dafür, dass Rädisch die Zielvorgabe des Altvorderen verfehlte. Aber wer seit jetzt 75 Jahren (!) Mitglied in dem Verein ist, hat einiges zu erzählen, besonders aus seiner Anfangszeit an der Stadtschule, erst als Schüler, später als Lehrer.
„Ich habe mich schon vor 25 Jahren auf diesen Tag gefreut“, sagte er. Busch schwärmte von früheren Zeiten, als Bad Oldesloe die heimliche Sporthauptstadt Schleswig- Holsteins und der VfL in ganz Deutschland im Gespräch gewesen sei, von internationalen Wettbewerben und Fahrten zu bundesweiten Veranstaltungen.
„Die schönsten Erlebnisse waren die Tätigkeiten mit jungen Menschen in der Turn- oder Schwimmhalle“, sagte „Mister VfL“ und gab Politik und Verwaltung mit auf den Weg, doch bitte die Nutzungsgebühren für Sporthallen abzuschaffen. Als Busch zum Ende sich mit zitternder Stimme bei seiner Ehefrau Monika für die jahrzehntelange Unterstützung bedankte, stand die gesamte Festhalle und klatschte Beifall. „Der VfL und Walter Busch sind untrennbar miteinander verbunden“, sagte Detlef Rädisch über seinen ehemaligen Sportlehrer.
Auch Ekkehard Wienholtz, Präsident des Landessportverbandes, würdigte „meinen Freund Walter Busch“, leistete sich jedoch den Fauxpas, auch Bernd Neppeßen lobend zu erwähnen. „Auch er hat wie Walter Busch auf Landesebene Gutes geleistet und den Volleyballverband nach vorne gebracht“, sagte Wienholtz und erntete dafür Raunen und Kopfschütteln. Denn Neppeßen wurde vor zehn Jahren nach Streitigkeiten aus dem Verein ausgeschlossen. Er gründete dann den Volleyballclub Bad Oldesloe.
Bürgerworthalter Rainer Fehrmann führte einige sportliche Glanzpunkte der VfL-Historie wie die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend-Handballerinnen 1979, die Triumphe der Fußballer um Rudi Herzog in den 1960er Jahren, den Zweitliga-Handballerinnen in den 90ern oder von Triathletin Anke Lakies heutzutage sowie die erfolgreichen „Exporte“ wie Beachvolleyballer Axel Hager oder Fußballer Rouwen Hennings an, um schlussendlich zu betonen, dass der VfL doch bodenständig geblieben sei. „Der Verein bringt Leben in die Stadt“, so Fehrmann.
Am Dienstag (19 Uhr) wird anlässlich des VfL-Jubiläums eine Ausstellung in der Sparkasse in Oldesloe eröffnet.
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