Grundlage dafür ist ein behelfsmäßiger Geburtsschein mit einem Schreibfehler aus dem Zweiten Weltkrieg.
„Ich wurde 1932 in Ostpreußen als Rudolf Fritz geboren“, erzählt Rudolf Fritz Buchholz. Das blieb er auch, bis er 1943 eine Bescheinigung brauchte, um die Oberschule besuchen zu dürfen. Der Elfjährige lief damals zum Dorf-Standesbeamten, der ihm einen behelfsmäßigen Geburtsschein ausstellte – und sich verschrieb. Aus Rudolf Fritz wurde Fritz Rudolph, und das in Sütterlinschrift. „Ich war damals noch ein Junge und habe den Fehler nicht bemerkt, außerdem konnte ich die Sütterlin-Schrift gar nicht lesen.“ Zur Oberschule kam er als Rudolf Fritz, geimpft und konfirmiert wurde er als Rudolf Fritz, und dann musste die Familie aus Ostpreußen fliehen.
„Wir sind nach Pommern gekommen und später über das Haff geflohen“, erinnert sich Buchholz. „Im Krieg sind fast alle Papiere verloren gegangen, nur der Geburtsschein für den Schulbesuch ist übrig geblieben.“ Fortan begann das „Doppelleben“ des Rudolf Fritz Buchholz: Tatsächlich führte er seinen Geburtsnamen, hatte seine Personalausweise als Rudolf Fritz und wurde stets Rudolf gerufen.
Daneben begann Fritz Rudolph auf dem Papier eine Parallelexistenz, denn der Geburtsschein wurde später amtlich beglaubigt kopiert und stets mit dem Namen Fritz Rudolph geführt. „Als meine Frau und ich 1970 geheiratet haben, kam der falsche Name ins Stammbuch, aber das ist uns damals nicht aufgefallen.“
Rudolf Fritz und Fritz Rudolph lebten 57 Jahre lang in friedlicher Koexistenz, bis Buchholz 2011 einen neuen Personalausweis brauchte. Das Amt Trittau wollte erstmals bei der Abholung des neuen Ausweises die Geburtsurkunde sehen, und da fiel die Diskrepanz auf. „Ich habe erklärt, dass es 1943 zu einem Fehler im Geburtsschein gekommen ist, aber das wollte das Amt nicht gelten lassen“, erzählt Buchholz. „Dort verlangt man, dass ich mich ab sofort Fritz Rudolph nenne und mit Fritz zeichne.“ Bei Zuwiderhandlung wurde Buchholz mit Ordnungsstrafen gedroht.
Er aber will seinen eigentlichen Namen behalten. „Ich werde im September 80 Jahre alt und war mein Leben lang Rudolf“, klagt er. Er habe heute noch die Stimme seiner Mutter im Ohr, wie sie nach ihrem „Rudi“ ruft, „und dann soll ich plötzlich Fritz heißen? Nein.“
Rudolf Fritz Buchholz bekam seinen neuen Ausweis als „Fritz Rudolph“ und legte daraufhin Widerspruch ein, der jetzt auch in der Kreisverwaltung Stormarn abgelehnt wurde. Dort waren aus Gründen des Datenschutzes keine Angaben zu bekommen. „Das Widerspruchsverfahren ist abgeschlossen, wenn ich jetzt mein Ziel erreichen will, soll ich klagen“, sagt Buchholz. „Dafür bin ich zu alt, ich habe gesagt, dass es doch nur ein Schreibfehler war. Aber auf dem Amt hieß es, dass es das nicht gibt.“ Rudolf Fritz Buchholz weiß es besser Seine Frau Dagmar Margarete aus St. Peter-Ording heiße in ihrem Ausweis „Dagmar Margarethe aus St. Perter Ording“, sagt er. Ausgestellt wurde der Ausweis im Amt Trittau.
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