Größer, heller, moderner und technisch auf dem neuesten Stand: Nach sechs Jahren Sanierung und Umbau erstrahlt das Dresdner Albertinum in neuem Glanz. Aus dem im 19. Jahrhundert zum Ausstellungsgebäude geformten Zeughaus ist einer der modernsten Museumsbauten Deutschlands geworden.
«Das Gebäude schlägt eine Brücke zwischen Gestern und Morgen», sagte Finanzminister Georg Unland (CDU) am Dienstag, ehe er den Schlüssel symbolisch an die Staatlichen Kunstsammlungen übergab. Das «Haus der Moderne» soll am 19. Juni eröffnet und vom 20. Juni an wieder für Besucher zugänglich sein.
Der Freistaat investierte rund 51 Millionen Euro in das Domizil der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung. Das staatliche Engagement für Kultur und Geschichte sei nicht selbstverständlich, betonte Unland. Seit der Wende seien rund 900 Millionen Euro in Schlösser, Burgen und Gärten geflossen. «Damit haben wir innerhalb von 20 Jahren fast eine Milliarde Euro in die Erhaltung von Kulturdenkmälern investiert.» Die Flutkatastrophe von 2002 habe zum Handeln gezwungen, um die Kunstschätze zu schützen. Den finanziellen Grundstock von 3,4 Millionen Euro für den Einbau eines Zentraldepots der Kunstsammlungen ins Albertinum hatte eine Auktion von Werken erbracht, die deutsche Künstler spendeten.
Im Herbst 2004 begannen die Bauarbeiten, zwei Jahre danach der Einbau der von dem Berliner Architekten Volker Staab entworfenen «Arche». Die 2700 Tonnen schwere Stahlkonstruktion in Form eines zweigeschossigen, 72 Meter langen und 24 Meter breiten Daches befindet sich in 17 Metern Höhe über der Vierflügelanlage. Gestützt wird sie von einem Aufzugsschacht und zwei bis 20 Meter in die Erde gegründete Pfeiler. Das «schwebende Depot» bietet rund 1200 Quadratmeter Nutzfläche für Kunstdepot und Restaurierungswerkstätten. Aus dem bisher kaum nutzbaren Innenhof wurde ein 1600 Quadratmeter großes Foyer mit Tageslicht dank lichtreflektierender Decke an der Unterseite der Arche und seitlicher Lichtfugen.
Die Ausstellungsfläche in dem Renaissance-Bau vergrößerte sich um 1200 auf 13 500 Quadratmeter. Neben den mit Oberlichtern und Parkett versehenen Räumen der Galerie und entstaubtem Mosaik- und Klingersaal für Skulpturen sind ein Raum für Gegenwartskunst und wechselnde Ausstellungen sowie zwei Schaudepots für die Skulpturen entstanden. Bis Monatsende werden noch Restarbeiten erledigt, während die beiden Museen ihren Einzug ins «Haus der Moderne» fortsetzen, das künftig Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart zeigen wird. «Wir wollen dem Publikum die Moderne näher bringen und Dresden zu einem Ort machen, wo die Gegenwart zu Hause ist», sagte Galeriedirektor Ulrich Bischoff.
So wird auch der aus Dresden stammende Maler Gerhard Richter zwei der sanierten Ausstellungsräume im Altbau erhalten - für zwei neue Arbeiten sowie einen Überblick über sein Werk seit 1963 mit Leihgaben des Künstlers und von Sammlern sowie Arbeiten aus dem Dresdner Bestand. Das Ölbild «Die Sekretärin» von 1964 wartete am Dienstag schon darauf, aufgehängt zu werden.
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