Rätsel um die Wand-Kacheln gelöst?
Die rätselhaften Mosaik-Kacheln an Mauern in Bad Oldesloe könnten von international organisierten Straßenkünstlern stammen.
Karina Krug von Schuh Armbruster am Oldesloer Marktplatz: „Das Apfel-Mosaik klebt seit gut vier Wochen am Pfeiler.“
Foto: ukk
Bad Oldesloe – Es sind kleine Schilder im Format eines Schulheftes, und sie kleben vielerorts an Mauern und Wänden in Bad Oldesloe.
Doch wer sie erschaffen hat, ist ein Rätsel. Ina Weber vom Stadtmarketing hat in der Stormarner Künstlerszene gefragt, wer denn als Urheber infrage käme. „Doch alle“, sagt sie, „haben glaubhaft versichert, sie seien es nicht gewesen.“ Eigentlich eine nette Aktion sei das. Doch sie frage sich, welches die Botschaft dieser piktogrammartigen Kunstwerke sei.
Am Bahnhofstunnel ist es eine Lokomotive, gegenüber der Polizei eine Kamera. Die Wand beim Fotogeschäft in der Bahnhofsstraße ist mit einem Fotoapparat verziert. Die meisten Bewohner außer einem haben gegen die Mosaike nichts einzuwenden, bestätigen Polizei und Ordnungsamt. Und beide finden diese „Verzierungen“ auch nicht besonders provozierend.
Für Kurt Stobbe vom Oldesloer Fachbereich Ordnung handelt es sich um „eine neue Form, für die es keinen Begriff gibt“. Und ebenso wie die Polizei sieht er „keinen Handlungsbedarf“.
Schließlich seien die Tafeln an privaten Wänden angebracht. „Wer sich daran stört, muss selber eine Strafanzeige stellen.“ Das wird in der Oldesloer Hindenburgstraße wohl nicht geschehen. Dort hängt das Mosaik mit dem Apfel am Stützpfeiler eines Kaufhauses am Marktplatz auf Kniehöhe. Seit etwa vier Wochen. Es passt zum Namen des Schuhgeschäftes dahinter: Ambruster. Da hat der Künstler möglicherweise an das Schiller- Stück „Wilhelm Tell“ gedacht, der für eine Wette mit der Armbrust seinem Sohn einen Apfel vom Kopf schoss. „Stört mich eigentlich nicht“, sagt Karina Krug, die Verantwortliche in dieser Filiale. Allerdings sollte derlei nicht überhand nehmen.
Ihre Kollegin weiß aus Berlin, „dass es dort viele solcher Tafeln gibt“. Eine Spur, die zur Lösung des Rätsels beitragen könnte. Die Rede ist von „Pixel Art“, Pixel-Kunst, die auf ein Video-Spiel von 1978 zurückgeführt wird. Betrieben wird die Straßenkunst, laut Internet, von einem gewissen Invader, der und dessen Fans in bereits mehr als 50 Städten aktiv sein sollen. In Berlin eben, in Barcelona, in Metropolen Europas. Und nun in Bad Oldesloe?
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