Die Integrierte Regional Leitstelle Süd (IRLS) für die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg bekommt Zuwachs: Der Kreis Ostholstein will seine eigene Rettungsleitstelle aufgeben und die Aufgaben auch auf den Kreis Stormarn übertragen. Der betreibt seit 2006 die IRLS in Bad Oldesloe. Die Vertragsverhandlungen sind gelaufen, die Fachausschüsse der Kreise haben der öffentlich- rechtlichen Vereinbarung bereits zugestimmt – allein: Es fehlen noch die Beschlüsse von allen drei Kreistagen. Die tagen am 6. (Ostholstein), 8. (Herzogtum Lauenburg) und 16. Dezember (Stormarn).
Dann soll der Vertrag zum 1. Januar 2012 in Kraft treten. Standort für die erweiterte Integrierte Regionalleitstelle Süd bleibt das Kreishaus in Bad Oldesloe. Für die sieben Ostholsteiner Mitarbeiter, die zum Kreis Stormarn wechseln, wird Platz geschaffen. Von hier aus werden künftig auch alle Einsätze koordiniert, die bisher in der Rettungsleitstelle in Ostholstein in Eutin aufgelaufen sind. Die Einsatzsachbearbeiter in Bad Oldesloe – früher hießen sie Disponenten – sind dann für mehr als 600 000 Menschen in Notsituationen zuständig. Insgesamt sollen 28 Mitarbeiter bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd, die ihren Namen behalten wird, arbeiten. Zum Personalabbau kommt es demnach nicht.
Für Margot Sinning (SPD), die Vorsitzende des Stormarner Kreis-Sozialausschusses, ist die Aufnahme des dritten Kreises in die IRLS „eine gute Sache. Alle sparen dadurch Kosten“. Auch im Hinblick darauf, dass künftig ein einheitliches Digital- und Funksystem auf Landesebene eingerichtet werden soll. Die Kosten für den Anschluss an dieses Netz werden mit 250 000 Euro pro Leitstelle angegeben, allein hier werde dann schon erheblich gespart. Der Ausschuss hat die Zusammenarbeit nun befürwortet.
Mit der Arbeit der gemeinsamen Regionalleitstelle Süd geht es los, „wenn alle Umbauten fertig sind und alle Daten eingepflegt sind“, erklärt Sinning. Und das kann dauern, denn die Daten sind umfassend: Allein die Alarm- und Ausrückordnung der Feuerwehr muss für jede Ostholsteiner Gemeinde, für jede Stadt „händisch“ erfasst und hinterlegt werden – die Kosten dafür trügen die Krankenkassen, so Sinning. Gleiches gilt für den Rettungsdienst. „Das muss gewissenhaft gemacht werden“, erklärt Sinning, damit im Notfall von Bad Oldesloe aus richtig gehandelt wird. 100 000 Euro werden für den Umbau im Kreishaus fällig, die Kosten zahlt der Kreis Ostholstein. Auch an den Kosten für die Erneuerung der Technik beteiligt sich der Kreis. Der hat die Gespräche forciert. Unter anderem, weil er in seiner Leitstelle hätte investieren müssen. Aber auch, weil die Krankenkassen gedrängt hätten. Wie es aus der Ostholsteiner Verwaltung heißt, solle damit eine „Reduzierung des von den Kostenträgern refinanzierten Kostenanteils von 60 auf 50 Prozent“ verhindert werden. Die Kreise kommen somit für 40 Prozent der Kosten auf.
Die Kooperation führt auch dazu, dass eine Forderung des Landesrechnungshofes erfüllt wird: Die Leitstellenkosten werden künftig nach der Einwohnerzahl der Kreise berechnet und nicht nach der Verteilung von Einsätzen. Für den Kreis Stormarn (229 756 Einwohner), der 37 Prozent der Kosten tragen muss, bedeutet dies bei Gesamtbetriebskosten von etwas mehr als 2,3 Millionen Euro für 2012 statt 394 431 Euro nur noch eine Belastung von 348 676 Euro.
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