Der Schuppen neben dem Reinfelder Bahnhof soll etwa Mitte April abgerissen werden. „Für 15 zusätzliche Parkplätze“, sagt Reinfelds Baubereichsleiter Stephan Kruse.
Ebenso soll der Ströhsche Getreidespeicher in den nächsten beiden Jahren verschwinden. Die Sendemasten auf seinem Dach sollen auf dem neuen Pendler-Parkplatz in der Feldstraße einen Platz finden. Und das alte Bahnhofsgebäude selber, 1865 erbaut, „das einzig erhaltenswerte Haus am Bahnhof“, wie Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt meint, verliert seine Funktion. Die Unterführung wird wohl zugeschüttet.
Was danach aus dem Haus werden soll, wissen weder Stadt noch Bahn. Bürgervorsteher Lippardt: „Für einen Euro würden wir es vielleicht nehmen.“ Ihm sei wichtig, dass der Bahnhof attraktiv bleibe. Toiletten, das kündigte Bahnmanagerin Ute Plambeck allerdings jetzt beim Ortstermin an, wird es auch nach dem Umbau dort nicht geben.
Der Reinfelder Bebauungsplan 37 zum Umbau am Bahnhof wird die Stadtvertretung morgen Abend in der Schulmensa am Bischofsteicherweg einmal mehr beschäftigen. Schon die Auswahl des Veranstaltungsortes spricht für ein größeres öffentliches Interesse.
Seit den frühen 70er Jahren sucht die Stadt nach einer einvernehmlichen Lösung für eine leichteren Errechenbarkeit des Bahnhofs. Jetzt, so scheint es, biegt sie gemeinsam mit der Bahn auf die Zielgerade des Lösungsweges. Und die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn aus dem ostholsteinischen Kasseedorf hat das Thema in Reinfeld aufgegriffen, nachdem ihre christdemokratischen Kollegen bereits mehrfach mit Bahnvertretern und Lokalpolitikern vor Ort waren. „Lärmschutz ist wichtig, aber auch Barrierefreiheit“, betonte Hagedorn gestern morgen am Reinfelder Bahnhof.
Doch sie erfuhr von Bürgervorsteher Lippardt, dass im Bebauungsplan 37 „noch einige Stellen austariert werden müssen“. Wie die Brücken verlaufen und wie viele es davon überhaupt geben wird, ist noch nicht festgelegt. Ebenso unklar ist, wie der Lärmschutz aussehen soll. „Wir sind kurz vor Abschluss der lärmtechnischen Untersuchung zwischen Hamburg und Lübeck“, sagt Bahnmanagerin Plambeck. Sie rechnet mit dem Bau der Wände etwa ab 2014.
Das Thema Lärmsanierung wird weiter für Diskussionen sorgen. Schon jetzt befürworten einige einen durchgehenden Lärmschutzwall, während Bürgervorsteher Lippardt sich durch ganz Reinfeld ziehende Wände als unrealistisch ablehnt. Und die von Plambeck ins Gespräch gebrachten leisen Bremssysteme für Güterzüge stoßen deshalb auf Skepsis, weil andere Länder diese Systeme möglicherweise gar nicht in ihre Züge einbauen würden. Dem könne zwar durch ab Dezember 2013 geltende neue Trassenpreise für Züge, die zum Teil der Bahn gar nicht gehören, begegnet werden. Doch selbst die Fachfrau der Bahn spricht von einem langwierigen Prozess.
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