Die Zeiten ändern sich – Kapelle in Nütschau wurde Seminarraum
Benediktiner-Kloster gab in den vergangenen vier Jahren fast eine Viertelmillion Euro für die Renovierung seiner Gebäude aus. Eröffnung Anfang März mit Theaterstück.
Ein freundlicher und heller Seminarraum ist aus der früheren Kapelle geworden. Doch nicht nur wegen des großen Kruzifixes an der Wand ist eine sakrale Atmosphäre spürbar geblieben.
Foto: ja
Das Bildungshaus St. Ansgar wird seit einigen Jahren Schritt für Schritt, Raum für Raum modernisiert. Soeben entstand in der alten Kapelle des Nütschauer Benediktiner-Klosters ein heller und freundlicher Bereich für Exerzitien und Meditation, für Gemeinschaft und Kunst.
Im Winter 2008/2009 begann der Sanierungsreigen im Empfangsbereich, im Saal, in den Gruppenräumen, und im Kaminzimmer. Die vorhandenen Räume blieben in ihrer Größe und Anzahl bestehen, frische Farben und neue Böden und Decken frischten sie auf. Moderne Beleuchtung und Medientechnik passten sie den Anforderungen der Veranstaltungen an, allein 175 waren es im Haus St. Ansgar.
2010 wurde der Speisesaal, in dem Gäste des Klosters auch gemeinsam mit den Benediktiner-Mönchen speisen, einer Schönheitskur unterzogen. Auch dort wurde neue Lichttechnik installiert. Paravents und eine freie Wandscheibe strukturieren Vorraum und Saal neu. Es gibt bequem möblierte Sitzzonen mit Polstermöbeln und Anrichten.
Anfang März wird in der einstigen Kapelle die erste Veranstaltung sein, eine Theateraufführung, „Der Ackermann und der Tod“ mit Rezitation und Cembalo. Die ehemaligen Buntglasnischen wurden in freundlichen Rottönen gestrichen, vor die beiden neuen Glasdoppeltüren zum Klostergarten kommen Vorhänge in Rot und Orange. Die großen Glasflächen geben den Blick ins Grüne frei. Im Frühjahr wird noch eine große Terrasse angelegt.
Die Nischen, in denen zuvor das Buntglas die Raumatmosphäre bestimmten, konnten nun gedämmt werden. „Der Raum war eine wärmetechnische Katastrophe“, sagt Innenarchitektin Ludgera Lücke, die alle drei Bauabschnitte im Haus St. Ansgar betreut. „Ich bin fasziniert von den sichtlichen Veränderungen“, so Bruder Josef von Scharrel, der die Sanierung begleitet. Nur sechs Wochen dauerte der Umbau. „Wir sind schnell“, freut sich die Architektin. Sie sei stolz, die Arbeiten mit den hiesigen Firmen ohne Termin- und Kostenüberschreitung bewältigt zu haben. Gebaut wurde immer dann, wenn die Benediktiner-Gemeinschaft Geld dafür hatte. Der größte Teil kommt aus Spenden und vom Freundes- und Förderkreis Kloster Nütschau.
Der vormals sakrale Charakter ist spürbar geblieben, nicht nur wegen des großen Kreuzes, doch das Ambiente ist frisch, der Raum ist für Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und multimediale Vorführungen geeignet, ohne dass Meditation und Exerzitien in ihrem Bedürfnis nach Sammlung und Stille gestört würden. Dazu steht nun ein umfangreiches Technikangebot, verstaut in einem großen Wandschrank, zur Verfügung. Der Raum vor der Kapelle wird für einen Kleingruppenraum und eine Teeküche genutzt. Die Kapelle hat eine Fläche von 95 Quadratmetern, eine Stufe im Altarraum wurde dafür entfernt.
„Ich freue mich, die neuen Räume den Freundes des Klosters zeigen zu dürfen“, sagt P. Willibrord Böttges, Leiter des Bildungshauses St. Ansgar. Das Haus biete nun Referenten und Kursteilnehmern ein anregendes Ambiente.
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