Doch dass die Sanierungs- und Anbauarbeiten jetzt noch länger dauern als geplant, bereitet ihnen massive Probleme. Nach neuesten Erkenntnissen (die LN berichteten) kann mit einer Öffnung des Hallenbades erst im Januar 2013 gerechnet werden. Nicht nur für den VfL Oldesloe ist das ein herber Schlag. „Das Schlimme ist, dass wir schon zwischen 40 und 60 Mitglieder verloren haben“, erklärt der Vorsitzende des VfL Oldesloe, Detlef Rädisch – bei einer Stärke der Sparte von etwa 200 Personen. Und dies, obwohl der Verein auf andere Hallenbäder in Lübeck, Bad Segeberg und Bargfeld-Stegen ausgewichen ist. „Aber wir können nicht alle Gruppen bedienen. Unsere Schwimmer tun mir leid“, sagt Rädisch und erinnert daran, dass es vor ein paar Jahren bereits eine längere Schließung des Bades gegeben habe, „damals haben wir die Hälfte der Schwimmer verloren. Es hat Jahre gedauert, bis wir das wieder aufgebaut hatten“. Er weiß also, was jetzt wieder auf den Verein zukommt. Zudem spielt das Geld eine entscheidende Rolle. Schon jetzt reichen der Sparten- und Vereinsbeitrag nicht aus, um die teureren Schwimmbahnen in Lübeck zu bezahlen – die Fahrtkosten nicht einmal mitgerechnet. „Das gibt finanzielle Schwierigkeiten, noch sponsern wir das aber“, erklärt der Vorsitzende des VfL Oldesloe. „Wir übernehmen die Differenz und hoffen auf einen Zuschuss von der Stadt.“ Rädisch ist gespannt, ob noch neue Probleme bei der Sanierung des Hallenbades auftauchen. „Es wusste jeder, dass das eine Wundertüte ist, die man da aufmacht.“
Von „totalem Frust“, berichtet die Leiterin des Schwimmverbandes des Kreises Stormarn, Erika Dinse. Sie ist Spartenleiterin Schwimmen beim SV Preußen Reinfeld und kann jetzt nur feststellen: „Uns ist die Hälfte der Leistungssparte weggebrochen. Wir fangen wieder ganz von vorne an“. Mit ihren Schwimmern ist sie nach Lübeck ausgewichen, aber das ist doppelt so teuer und der Verein hat weniger Schwimmzeiten. Die „humanen“ Preise, die der Schwimmverein bisher bezahlte – eine Bahn kostet in Bad Oldesloe pro Stunde zehn Euro – , sind passee. In Lübeck kostet eine Bahn 20 Euro, An- und Ausziehzeiten inklusive. „Das geht bei uns gerade finanziell total an die Schmerzgrenze“, so Dinse.
Die Unterwasser-Rugbyspieler des Deutschen Unterwasser Clubs Lübeck (DUC) haben erst vor zwei Jahren ihre neue Heimat in Bad Oldesloe gefunden. Jetzt sind sie – mit nur einer Trainigszeit – auf Bad Schwartau ausgewichen. „Das ist um ein Vielfaches teurer und eine Trainingszeit reicht auch nicht aus“, erklärt Spielerin Monica Zimmert. Vor allem nicht, wenn auf Bundesligaebene gespielt wird.
Erhebliche Probleme mit der Hallenbadschließung hat auch die DLRG Bad Oldesloe. „Im Moment schießen wir 100 Euro pro Woche zu“, erklärt der Vorsitzende Jörn Bicker. Allein schon, um die 80 Schwimmer zu halten. Die sind nach Bad Segeberg ausgewichen, müssen dort mehr bezahlen und haben weniger Trainingszeiten. „Wir können die Preise nicht erhöhen, weil sich das einige dann nicht mehr leisten können.“ Aber lange können die Rettungsschwimmer diese Beträge nicht mehr aus ihren Rücklagen bezahlen. Und noch etwas schmerzt Bicker: „Wir feiern in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen der DLRG und können der Kernaufgabe, den Kindern das Schwimmen beizubringen, nicht nachkommen.“ Es gibt dafür keine Hallenzeiten.
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