Zwar ist noch lange nicht klar, ob es die letzten Weltmeisterschaften für den österreichischen Ski-Star sind, und erster Anwärter auf den Titel im Super-G ist der 36-Jährige auch nicht - doch Maier ist Maier. Zu Beginn des Winters meldete sich der «Herminator» nach 1037 Tagen als Weltcup-Gewinner zurück, in Frankreich möchte er nach der medaillenlosen WM 2007 seine Edelmetall-Bilanz weiter aufbessern.
Die unmittelbare WM-Vorbereitung stand dabei aber unter keinem guten Stern. Das Abschlusstraining musste Maier wegen einer Erkältung auslassen. «Es hilft nichts. Ich muss eine Auszeit nehmen, das in den Griff kriegen und schauen, dass ich ordentlich Luft kriege. Die Seehöhe macht es zudem nicht leichter», klagte der 36-Jährige nach der Ankunft im 1850 Meter hoch gelegenen französischen WM-Ort. Für die eigentlich verpflichtende öffentliche Auslosung der Startnummern, die traditionell am Vorabend des Rennens vor den Fans stattfindet, ließ sich Maier kurzfristig krank entschuldigen.
Vor ihrer Anreise per Privatjet hatten die österreichischen Speed-Herren in Saalbach noch versucht, den technisch sehr anspruchsvollen WM-Hang zu simulieren. Wenn der Super-G gestartet wird, will der Führende der Weltcup-Disziplinwertung seine Beschwerden aber bestmöglich verdrängen: «Ich werde ganz sicher alles probieren, dass es funktioniert.» Wegen der strengen Anti-Doping-Bestimmungen kann Maier der Erkältung aber kaum mit starken Medikamenten zu Leibe rücken. «Das ist sehr schwer zu behandeln», klagte Maier.
Mit dem in diesen Tagen tief verschneiten Val d'Isère verbindet er (noch) keine Erfolgsgeschichte. «1997 haben sie mich als Riesenslalom-Sieger disqualifiziert, weil ich schon vor dem berühmten roten Strich im Ziel einen Ski abgeschnallt hatte. Für mich zählt das trotzdem als Sieg», erzählte Maier dem «Kicker». «Und 2000 durfte ich in Val d'Isère nicht starten, weil ich die Strecke etwas zu lang besichtigt hatte.»
Diesmal soll alles besser werden für den gelernten Maurer, der Olympia 2010 und die WM am Ort seines ersten Weltcup-Sieges, die in Garmisch 2011, noch nicht ausgeschlossen hat. «Der Formaufbau Richtung WM hätte genau gepasst, zuletzt in Garmisch hat es perfekt gepasst», sagte der Doppel-Olympiasieger, der vor zehn Jahren im Super-G von Vail seinen ersten von bisher drei WM-Titeln gewonnen hatte.
Doch dann kam die Erkältung für den von jeder Menge Zipperlein geplagten Maier, dessen rechtes Sprunggelenk nach einem Motorradunfall 2001 versteift ist. Aber der Österreicher ist ein wahres Stehaufmännchen. Das stellte er nicht nur beim Comeback nach dem Unfall, sondern auch in Nagano unter Beweis, als er wenige Tage nach seinem spektakulären Sturz Olympiasieger wurde.
Experten und Konkurrenten haben den Routinier auch fast exakt ein Jahrzehnt nach seinem ersten WM-Erfolg (2. Februar 1999) wieder auf dem Zettel. «Der Super-G wird seine Disziplin, obwohl ich ihn nicht als Topfavorit sehe, sondern als Medaillenanwärter», sagte Olympiasieger Markus Wasmeier.
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