Die meisten haben die Schule oder gar die Ausbildung noch nicht beendet, leben noch nicht in einer gemeinsamen Wohnung, sind auf die finanzielle und moralische Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. In der ZDF-Reportage «Erst 17 und schon Vater» in der Reihe «37 Grad» berichtet Autorin Annette Heinrich an diesem Dienstag (22.15 Uhr) über das Schicksal zweier junger Paare.
«Ich war schon ziemlich geschockt, als mich meine Freundin Taotao im Urlaub vor zweieinhalb Jahren anrief und mir sagte, dass sie schwanger ist», sagt der 18-jährige Alexander aus Berlin. Doch er wollte das Baby. Viel schwerer fiel es den Teenagern, ihren Eltern von der Schwangerschaft zu erzählen. Alexander und Taotao zögerten das Gespräch fünf Monate lang hinaus. Seine Mutter war mehr als überrascht. Gemeinsam mit ihrem Mann reagierte sie jedoch positiv: «Wir müssen den beiden helfen!» Weniger Glück hatte Taotao. Für ihre chinesischen Eltern war die Schwangerschaft eine große Schande. Sie wollten das Mädchen sogar zu einer Abtreibung in China zwingen.
Auch der damals 16-jährige Simon fühlte sich ziemlich überfordert, als ihn seine Freundin Tatjana vor eineinhalb Jahren mit ihrer ungewollten Schwangerschaft konfrontierte. «Ich war schlecht in der Schule, hatte keine Ausbildung in Aussicht», sagt er. «Natürlich habe ich mich gefragt, was ich meinem Kind in der Zukunft bieten könnte und wie alles laufen sollte.» Als die Pflegeeltern des Mädchens von der Schwangerschaft der 15-Jährigen erfuhren, gaben sie die Vormundschaft an das Jugendamt zurück. Tatjana musste ihren Heimatort verlassen und kam in eine Mutter-Kind-Einrichtung in Freiburg. Seine neue Verantwortung nimmt der jetzt 17-jährige Simon aber ernst. Er lernt freiwillig für die Schule und nimmt die Hilfe seines Lehrers an, um seinen Hauptschulabschluss doch noch zu schaffen.
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