Der Opposition um den Gegenkandidaten Dieter Berkmann warf er «Klüngelei außerhalb aller Gremien in Hinterzimmern» vor. Den wie Scharping wegen zu laxer Haltung im Anti- Doping-Kampf stark in der Kritik stehenden Sportdirektor Burkhard Bremer bezeichnete der BDR-Chef bei dem Pressegespräch als «autoritären Sack, dem man aber keine Erfolglosigkeit vorwerfen kann».
Um die Kritik an Bremer und ihn zu entschärfen, hat Scharping die Installation eines für den Leistungssport zuständigen Vize- Präsidenten vorgeschlagen. «Das muss ein versierter Mann sein», meinte der ehemalige Politiker, der indes keine Namen nennen wollte oder konnte. Die Delegierten müssten dafür allerdings den Weg frei machen und einer Satzungsänderung zustimmen. Scharping betonte, dass der bis 2010 datierte Vertrag mit Bremer einzuhalten sei. «Ich habe den Vertrag nicht abgeschlossen, nur erfüllt», meinte der BDR-Chef.
Der Sportdirektor habe auch unter seiner Führung beachtliche Erfolge vorzuweisen, meinte Scharping und erwähnte das im Juni 2008 beschlossene Leistungssport-Konzept für den Bahnradsport. «Das ist die Grundlage für die nationale Förderung. Wer das infrage stellt, stellt den BDR infrage», erklärte der 61-Jährige.
An dem ins Lager der Kritiker gewechselten Doppel-Olympiasieger Rudolf Bartko ließ der BDR-Präsident kein gutes Haar. «Er hat uns um die Olympia-Qualifikation gebracht. Olympische Spiele bleiben immer die höchste Stufe für die öffentliche Förderung, nicht irgendwelche Sechstagerennen», sagte Scharping.
Seinen Widersacher bei der Präsidenten-Wahl, den ehemaligen Bahnradfahrer Dieter Berkmann, bezeichnete Scharping als reine «Galionsfigur» der Opposition. «Die Kapitäne, die das Schiff steuern, sitzen hinten. Die Strippenzieher bleiben im Hintergrund», meinte der Ex-Minister, der namentlich den früheren Bundestrainer Karl Link und den Ex-BDR-Vize Dieter Kühnle erwähnte. Berkmann kenne er nicht persönlich, zu ihm könne er sich nicht äußern. «Ich nehme die Opposition sehr ernst. Hinter den Auseinandersetzungen verschwindet aber alles, was diskutiert werden müsste», sagte Scharping.
«Keiner ist fehlerfrei. Aber ich habe klare Vorstellungen, wie ein Verband zu führen ist», erklärte Scharping, der dennoch nicht am Amt kleben will. «Wer einen mit besseren Kontakten zu Politik und Wirtschaft oder einem besseren Konzept bringt, okay», meinte Scharping, der seinen Standpunkt im Kampf gegen Doping herausstellte. «Wer mir eine nachgiebige Haltung in dieser Frage vorwirft, ist perfide», sagte der Präsident, der dem Verband aus finanziellen Gründen ein Sparprogramm verordnen will. «Wir müssen uns in diesem Jahr sehr bescheiden aufstellen, uns sind durch Dopingfälle einige Sponsoren weggebrochen.»
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