Zehn Wochen nach ihrer Haftentlassung und dem sogenannten HIV-Outing durch die Staatsanwaltschaft hat die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa (27) am Mittwochabend in der RTL-Sendung «Stern TV» erstmals öffentlich über ihr Leben mit dem HI-Virus gesprochen.
«Ich bin HIV-positiv - HIV-positiv sein heißt nicht krank sein. Wenn die Krankheit ausbricht, heißt sie Aids. Und ich bin auch schon seit längerer Zeit in medikamentöser Therapie, die sehr gut bei mir angeschlagen hat.» Dadurch werde der Ausbruch kontrolliert. «Bei mir wird er höchstwahrscheinlich überhaupt gar nicht stattfinden.»
«Absolute Hölle» und «sehr bitter» sei aber gewesen, dass ihre neunjährige Tochter erst durch die Berichterstattung von ihrer Infektion erfahren habe. «Meine Tochter wusste gar nichts über meine Infektion, bis es in der Zeitung gestanden hat.» Sie habe ihre Tochter erst später informieren wollen, wenn diese alt genug sei, um das Ganze zu verstehen.
Nun selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, habe einen einfachen Grund: «Ich habe mich dazu entschieden, weil ich jetzt sowieso "geoutet" wurde. Zwar gegen meinen Willen, aber es ist passiert. Ich möchte mich jetzt einfach dem Ganzen stellen und dazu stehen und dadurch vielleicht auch anderen Betroffenen Mut machen und dadurch auf jeden Fall zur Aufklärung beitragen.»
Nach der spektakulären Berichterstattung über ihren Fall habe sie viel Liebe von Familie, Freunden, den Band-Kolleginnen und anderen Kollegen erfahren. Aber es sei auch zu anderen Situationen gekommen. «Ich wurde mal im Flugzeug als "Schlampe" tituliert.» Außerdem habe sie Sätze gehört wie «Das ist doch diese eine da aus der und der Zeitung».
Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an. «Jedes Ermittlungsverfahren braucht seine Zeit. Wir ermitteln weiter ergebnisoffen», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Ger Neuber. Ob es überhaupt einen Prozess geben werde, sei unklar, sagte Neuber. Benaissa selbst sagte in der Sendung mit Günther Jauch: «Ich kooperiere mit den Behörden und helfe bei der Aufklärung, aber ich darf darüber nicht sprechen. Das ist halt bei einem Verfahren so, dass ich in den Medien darüber nicht sprechen darf.»
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