Das Rennen um die kostenlosen Karten für die Abschiedsfeier von Michael Jackson ist gelaufen. Mehr als 1,6 Millionen Jackson-Fans hatten sich bis zum Anmeldeschluss am Sonntagmorgen um 3.00 Uhr MESZ in einer Online-Lotterie um Tickets beworben.
Insgesamt werden 17 500 Karten vergeben. Nach Mitteilung eines Sprechers der Jackson-Familie sollen die Gewinner bis spätestens 5.00 UHR MESZ am Montag per E-Mail informiert werden. Die Zeremonie findet am Dienstag um 19.00 Uhr MESZ im Staples Center von Los Angeles statt.
Bei den Ermittlungen der Todesursache hat die Polizei jetzt mindestens fünf Ärzte ins Visier genommen, die den Sänger mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben sollen, berichtete die «Los Angeles Times». Die Zeitung berief sich auf nicht genannte Quellen. Danach soll Jackson unter verschiedenen Namen Medikamente erhalten haben. In seinem Haus seien unter anderem «zahlreiche Behälter» mit dem starken Narkotikum Propofol gefunden worden, das auch unter dem Namen Diprivan im Handel ist. Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben. Spekuliert wird, dass möglicherweise ein überdosiertes Medikament das Herzversagen ausgelöst hat. Die Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus.
Superstars wie Madonna und Beyoncé würdigten den «King of Pop» am Wochenende. Bei einem Konzertauftritt in London huldigte die «Queen of Pop» den Sänger als «einer der größten Künstler, den die Welt je gesehen hat». Madonna ließ einen ihrer Tänzer den legendären Jackson-Moonwalk auf der Bühne zeigen. «Lang lebe der König», rief die Sängerin ihrem Publikum zu. US-Sängerin Beyoncé zollte Jackson am Freitagabend bei einem Konzert in New Orleans Tribut. Als Fünfjährige habe sie «ihren Helden» auf der Bühne erlebt und in diesem Moment entschieden, dass sie Sängerin werden wollte, sagte der zu Tränen gerührte Star.
Über die Trauerfeier in Los Angeles ist vorab nur wenig bekannt. Noch gibt es keine offizielle Liste der Stars und Künstler, die Jackson die letzte Ehre erweisen wollten. Der Sender CNN brachte am Samstag lediglich in Erfahrung, dass die Sängerin Jennifer Hudson auftreten werde. Das Staples Center, eine Sport- und Konzertarena mit insgesamt 20 000 Plätzen, gehört dem US-Unterhaltungskonzern AEG, der auch für die geplanten Comeback-Konzerte Jacksons in London verantwortlich zeichnete. Von den 17 500 kostenlosen Karten sind 11 000 für die Trauerfeier selbst, 6500 für eine Live-Übertragung ins nahe gelegene Nokia-Theater.
Die Polizei wollte das Viertel rund um das Stadion großräumig absperren. Nur wer ein gültiges Ticket vorweisen kann, soll Zugang erhalten. Die Stadt hatte schon zuvor Schaulustige dazu aufgerufen, die Zeremonie zu Hause am Bildschirm zu verfolgen. Einen Trauerzug, der Zehntausende Menschen auf die Straßen locken könnte, soll es nach Angaben der Veranstalter nicht geben. Ob Jackson möglicherweise vor der Abschiedsfeier im kleinen Kreis von Freunden und Familie beigesetzt wird, stand am Sonntag noch nicht fest.
Eine zunächst für Montag vorgesehene Anhörung zum Sorgerecht für Jacksons drei Kinder Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) ist um eine Woche verschoben worden. Jacksons Mutter Katherine und die Mutter der beiden älteren Kinder, Deborah Rowe, hatten um den Aufschub gebeten. Die drei Kinder sind derzeit bei der Großmutter.
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