Mitintendantin Eva Wagner-Pasquier hat eine positive Bilanz ihrer Rückkehr nach Bayreuth gezogen. «Das war für mich eine völlig neue Situation, ein völlig neues Unternehmen», sagte die 64 Jahre alte Halbschwester von Katharina Wagner am Sonntag beim Festspielfrühschoppen.
Von 1975, als sie letztmals mit ihrem Vater Wolfgang Wagner gemeinsam am «Grünen Hügel» arbeitete, habe sie nur noch vier Bühnenarbeiter gekannt. Wagner-Pasquier räumte ein, sie sei sehr nervös und menschlich bewegt gewesen, als sie nach Bayreuth zurückkam. «Ich bin aber offen und wohlwollend aufgenommen worden und sehr glücklich über die neue Situation und hoffe, das wird auch anerkannt.»
Eva Wagner-Pasquier war vom damaligen Stiftungsrat bereits 2001 für die Leitung der Festspiele nominiert worden. Damals hatte ihr greiser Vater aber einen Wechsel unter Berufung auf seinen lebenslangen Vertrag verhindert. Erst der plötzlich Tod seiner zweiten Frau Gudrun Ende 2007 machte den Weg frei für die neue Doppelspitze am «Grünen Hügel».
Auch Katharina Wagner äußerte sich zufrieden mit dem Auftakt der ersten Festspiele in der gemeinsamen Verantwortung. «Wir haben da Einiges erreicht», sagte die 31-Jährige. Das Projekt «Wagner für Kinder» (Wagner: «Die Kinder waren begeistert») sei ebenso gelungen wie die erste Siemens-Festspielnacht mit der Live-Übertragung ihrer «Meistersinger»-Inszenierung im Juli 2008. Der große organisatorische Aufwand für die neuen Projekte sei aber nur mit Hilfe von Sponsoren zu schaffen gewesen, betonte Katharina Wagner.
Beim traditionellen Festspielfrühschoppen mit Weißwürsten, Brezeln und Bier der Brauerei Gebrüder traten die beiden Wagner-Töchter und die Stadt Bayreuth am Sonntag erstmals als Mitveranstalter auf. Ihr Vater selbst war nie Gast der beliebten Veranstaltung im Park der Eremitage. Seit mehr als 20 Jahren sorgen dort die Festspielhornisten für die musikalische Umrahmung. Zu den Stammgästen zählen auch zahlreiche Solisten.
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