Sie wollen die letzte Möglichkeit nutzen, ihrem Verband einen Qualifikationsplatz für die Winterspiele im Februar 2010 in Vancouver zu sichern. «Jetzt wird es richtig ernst für Stefan», sagt Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU) vor dem Wettkampf, bei dem noch nie so viele Topläufer starteten.
Alle Nationen, die noch keinen Olympia-Startplatz bei der Weltmeisterschaft im März buchen konnten, schicken ihre Spitzenathleten ins Allgäu. In den Einzeldisziplinen werden die letzten sechs Tickets vergeben, im Eistanz fünf und im Paarlauf vier. Während die DEU die Absage der EM-Siebten Annette Dytrt wegen Formschwäche verschmerzen kann, weil der olympische Quotenplatz wie auch im Tanz und Paarlauf gesichert ist, soll der 28-jährige Lindemann nach überstandenen Adduktoren-Problemen die Fahrkarte nach Kanada sichern. «Er hat unser vollstes Vertrauen», betont Treitz, die sich bei einem Sichtungsläufen davon überzeugte, dass der WM-Vierte von 2004 den «Angstsprung» Dreifach-Axel aufs Eis zaubern kann.
Ganz ohne Druck, aber mit viel Ehrgeiz wollen die Doppel- Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy ihre neuen Programme vorstellen. «Wir haben sehr schwierige Darbietungen, aber sie haben sehr ordentlich trainiert», sagt Trainer Ingo Steuer über sein Paar, das den angepeilten Olympiasieg akribisch vorbereitet und sich schon früh in der Saison in Topform zeigen will.
Die wird der Olympia-Zweite Lambiel noch lange nicht haben, denn auch den charismatischen Pirouettenkünstler zwicken immer wieder die Adduktoren. Trotz seines geringeren Trainingsumfangs will der Publikumsliebling die Wettkampfbühne nach vielen Shows wieder betreten. Allein um das große Ziel Olympia geht es den jungen Dortmunder Geschwistern Carolina und Daniel Hermann, die nach einer erfrischenden Einstiegssaison noch einen Schritt nach vorn machen müssen, damit sie die deutschen Farben repräsentieren dürfen.
Wegen der problematischen Situation um den Eistänzer Sascha Rabe, der mit Tanja Kolbe im Allgäu läuft, wird Sportdirektor Udo Dönsdorf nicht an der Bande stehen. «Er hat noch keinen Urlaub in diesem Jahr gehabt», begründet Treitz das Fernbleiben Dönsdorfs, der sich vor Jahren Rabe zu sehr genähert haben soll. Eine Lösung im Umgang mit Rabe muss spätestens bis zu den deutschen Meisterschaften im Dezember gefunden werden, denn die DEU steht nach wie vor fest zu Dönsdorf.
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