Zu den Klängen von «Hells Bells» von AC/DC brachte Präsident Corny Littmann in seiner Funktion als Baggerfahrer einen Teil der Haupttribüne zum Einsturz. Die Fans, die bei ausgeschaltetem Flutlicht mit brennenden Wunderkerzen sowie «St. Pauli!»- und «Haupttribüne!»-Rufen für eine ganz spezielle Stimmung sorgten, jubelten. Die Party endete mit einem Feuerwerk.
Bei Littmanns Abrissarbeit handelte es sich indes um einen symbolischen Akt. Die Haupttribüne wird in den kommenden Tagen fachmännisch abgerissen. Nach dem Bau der Südtribüne, die im Juli 2008 offiziell eingeweiht wurde, setze der Verein nun den «zweiten Meilenstein», wie es Littmann formulierte. Bis zum August 2010 sollen die neue, 17 Millionen Euro teure Tribüne sowie eine Kindertagesstätte in der Ecke zur Südtribüne (zwei Millionen Euro Baukosten) fertiggestellt sein. Bis dahin werden im Millerntorstadion, das im Juni 1961 eingeweiht wurde, lediglich 19 800 Zuschauer Platz finden.
Nach der Fertigstellung der neuen Haupttribüne, die ein Umsatzplus von 4,5 Millionen Euro generieren soll, erhöht sich das Fassungsvermögen durch die 4800 Sitzplätze um 1500 auf dann 24 800. 2012 soll der Neubau der Gegengeraden folgen, weitere zwei Jahre später jener der Nordtribüne. Danach stehen bei Fußballspielen 27 000 Plätze zur Verfügung.
«Das ist ein großer Tag für den FC St. Pauli», sagte Littmann. «Ich sehe den Abriss der Haupttribüne mit einem weinenden Auge, weil ich auf den roten, unbequemen Sitzschalen so viele schöne Spiele, wie zum Beispiel das legendäre 2:1 gegen Bayern München, erlebt habe. Und mit einem lachenden Auge, weil ich sehe, was hier entsteht. Wir werden das schönste Stadion Deutschlands haben», meinte Littmann.
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