Chinas Regierungschef Wen Jiabao sagte den obersten europäischen Währungsverantwortlichen bei Gesprächen in der ostchinesischen Stadt Nanjing, den Yuan weiter auf einem «angemessenen und ausgeglichenen Niveau stabil halten» zu wollen. Die Stabilität der chinesischen Währung sei ein wichtiger Beitrag für finanzielle Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung in der Welt, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
In den Gesprächen vor dem EU-China-Gipfel an diesem Montag in Nanjing hatten der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, EU-Zentralbankchef Jean-Claude Trichet und Währungskommissar Joaquín Almunia die chinesische Seite zur Aufwertung gedrängt. Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach das Problem bei einem vorbereitenden Treffen mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao vor dem Gipfel an. Anschließend warnte Barroso vor den Risiken, wenn Chinas nichts tue. «Große Ungleichgewichte im Handel oder bei den Währungen können Probleme in der Zukunft schaffen, wenn sie nicht angemessen angegangen werden», sagte Barroso vor Journalisten.
Das Problem sei auch nicht, dass der Euro so stark sei, sondern der Dollar zu schwach, sagte der Kommissionspräsident. China hat seine Währung seit Mitte 2008 praktisch an den US-Dollar gekoppelt. Aus europäischer Sicht ist die chinesische Währung daher unterbewertet, was EU-Exporte nach China verteuert und chinesische Ausfuhren künstlich verbilligt. Seit Anfang des Jahres hat der Euro um rund 20 Prozent an Wert gegenüber dem Yuan gewonnen. Europa ist der wichtigste Handelspartner Chinas, während die Volksrepublik der zweitwichtigste europäische Handelspartner ist.
EU-Zentralbankchef Trichet sagte, eine Aufwertung in China wäre «in jeder Hinsicht gut». Ein stärkerer Yuan würde helfen, Handelsungleichgewichte in der Weltwirtschaft zu beseitigen. Es sei auch im Interesse der chinesischen Wirtschaft. Doch schon US-Präsident Barack Obama hatte Peking bei seinem jüngsten Besuch nicht überzeugen können, den Yuan aufzuwerten. «Sie sagen uns genau das gleiche, was sie Obama gesagt haben», sagte Barroso.
Eine Aufwertung würde vor allem die chinesischen Exporteure treffen, die ohnehin durch den starken Rückgang der chinesischen Ausfuhren in der Wirtschaftskrise leiden. In Europa wird hingegen beklagt, dass der schwache Dollar einerseits und der unflexible Wechselkurs in China andererseits den europäischen Exporteuren in der globalen Absatzkrise noch zusätzliche Belastungen aufbürdet. Dadurch könne die wirtschaftliche Erholung der Eurozone gefährdet werden.
Die Wirtschaftsberatungen erfolgten unmittelbar vor dem EU-China- Gipfel an diesem Montag in Nanjing mit Wen Jiabao, Barroso und Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt als amtierenden EU- Ratspräsidenten. Im Mittelpunkt des EU-China-Gipfels stehen die Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise, Handelsspannungen, Chinas Forderung nach Anerkennung als Marktwirtschaft sowie der Klimaschutz eine Woche vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen.
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