Verloren, aber das Finale im Blick. Für Dieter Hoeneß scheint die Endspiel-Teilnahme des VfL Wolfsburg in der Europa League schon ausgemacht, obwohl der VfL nach dem 1:2 beim FC Fulham im Viertelfinal-Hinspiel noch ein hartes Stück Arbeit hat, um überhaupt ins Halbfinale zu kommen.
Dennoch verblüffte der VfL-Manager nach der Pleite im Londoner «Craven Cottage» mit seiner Einschätzung zur doppelten Herausforderung in der Bundesliga und im Europacup: «Das Ende ist in Sicht. Es sind noch zehn Spiele.» Bei nur noch sechs Ligapartien gehen Hoeneß' Planungen im Europacup somit bereits über das Rückspiel am 8. April und mögliche Halbfinalspiele hinaus bis zum 12. Mai, dem Tag des Finales in Hamburg.
Alexander Madlungs Kopfball-Tor (89. Minute) kurz vor Ende der intensiven, aber spielerisch bescheidenen Partie ließ die Niederlage bei den heimstarken «Cottagers» fast wie einen Teilerfolg aussehen. Durch einen Doppelschlag Fulhams binnen vier Minuten schien der deutsche Meister im Rückspiel schon vor einer Herkulesaufgabe zu stehen. Bobby Zamora (59.) und Damien Duff (63.) hatten Abwehrschwächen vor allem von Innenverteidiger Andrea Barzagli konsequent bestraft, ehe Madlung eine VfL-Chance zum ersehnten Auswärtstor nutzte und die Situation deutlich verbesserte.
«Das Tor war Gold wert», befand Hoeneß. «Wäre es beim 0:2 geblieben, wäre es schwer geworden», fügte Nationalspieler Christian Gentner hinzu. So aber ist der Glaube ans Weiterkommen groß. «Gegen Villarreal und Kasan haben wir auch auswärts getroffen und mussten das Rückspiel gewinnen. Die Mannschaft kann das. Ich bin sicher, dass wir das wieder schaffen», sagte Hoeneß. Im Rückspiel wollen die «Wölfe» nun zu Hause ihre spielerische Überlegenheit ausspielen. «Mit den Fans im Rücken wird das ein ganz anderes Spiel», sagte Gentner.
Auch wenn Wolfsburg sich durch das späte Tor im Europacup auf Kurs wähnt, will niemand etwas von einem einseitigen Fokus im Saisonendspurt wissen. «Wir werden die Bundesliga nicht abschenken», versicherte Zvjezdan Misimovic. Eine Heimschmach wie das 1:5 gegen Hertha BSC nach dem Kraftakt im Achtelfinal-Rückspiel gegen Rubin Kasan soll sich nicht wiederholen. «Das Spiel ist allen an die Nieren gegangen. Ich glaube nicht, dass so etwas noch einmal passiert», sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner.
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