Die Nachbildung des ältesten Sonnenobservatoriums der Welt in Goseck (Sachsen-Anhalt) muss nur viereinhalb Jahre nach der Eröffnung aufwendig erneuert werden.
Ein Pilzbefall der Eichenholzstämme lasse das Holz verfaulen und mache einen kompletten Austausch der zweieinhalb Meter hohen, kreisförmig angeordneten Palisadenzäune notwendig, sagte Landrat Harri Reiche in Weißenfels. Die Kosten für den Landkreis bezifferte er auf 220 000 Euro. Die Anlage wurde an der Stelle nachgebaut, wo vor rund 7000 Jahren das Original stand.
«Auch die neue Konstruktion wird nicht ewig, sondern schätzungsweise 10 bis 15 Jahre halten», sagte der Leiter der Restaurierungswerkstatt des Museums, Christian-Heinrich Wunderlich. «Holz in Erde fault immer.» Für den neuen Palisadenzaun wurden 2000 Eichenstämme verwendet. Der Austausch beginnt Ende Mai. Während der Arbeiten ist die Anlage weiterhin für Besucher zugänglich - zuletzt wurden jährlich 8000 Interessierte gezählt.
Mit Hilfe des Sonnenobservatoriums in Goseck konnten Menschen bereits vor rund 7000 Jahren den längsten und den kürzesten Tag des Jahres im Juni und im Dezember feststellen. Zwei Opfergruben mit Resten menschlicher Knochen bewiesen nach Ansicht von Archäologen, dass der Platz in der Steinzeit auch für Rituale genutzt wurde. Die Umrisse der Anlage wurden 1991 bei einem Erkundungsflug eines Luftbildarchäologen entdeckt. Sie ist rund 25 Kilometer vom Fundort der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra entfernt, welche die älteste konkrete Sternenabbildung der Welt ist.
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