| Datenblatt: Mini Cooper S Countryman All4 | |
| Motor und Antrieb: | Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit Turbolader |
| Hubraum: | 1598 ccm |
| Max. Leistung: | 135 kW/184 PS bei 5 500 U/min |
| Max. Drehmoment: | 260 Nm bei 1600 U/min |
| Antrieb: | Allradantrieb |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Maße und Gewichte: | |
| Länge: | 4108 mm |
| Breite: | 1789 mm |
| Höhe: | 1561 mm |
| Radstand: | 2595 mm |
| Leergewicht: | 1385 kg |
| Zuladung: | 470 kg |
| Kofferraumvolumen: | 350-1170 Liter |
| Fahrdaten: | |
| Höchstgeschwindigkeit: | 215 km/h |
| Beschleunigung 0-100 km/h: | 7,6 s |
| Durchschnittsverbrauch: | 6,3 Liter/100 km |
| Reichweite: | 750 km |
| CO2-Emission: | 146 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Schadstoffklasse: | EU5 |
| Wichtige Serienausstattung: | |
| Sicherheit: | ESP, Front-, Seiten- und Vorhangairbags |
| Komfort: | Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, CD-Radio |
Hamburg (dpa-infocom) - Geht es nach Designchef Gerd Hildebrand, wird dieses Auto der Star der Saison. Denn kein anderer Kleinwagen ist so modern, pfiffig und vor allem anders wie der Mini Countryman, der im September zu Preisen ab 20 200 Euro in den Handel kommt.
Vorstoß in die vierte Dimension
Dabei stoßen die aus Bayern regierten Briten gleich in mehrerlei Hinsicht in die vierte Dimension vor: Schließlich ist die neumodisch als «Crossover» geführte Kreuzung aus Van, Kombi und Geländewagen nicht nur das vierte Kind der Familie, sondern zudem der erste Mini über vier Meter, mit vier Türen und der Option auf vier angetriebene Räder.
Noch versteckt unter Klebefolie
Ein Vierteljahr vor dem Verkaufsstart trägt der später poppig bunte Trendsetter heute allerdings noch ein dezentes Tarnkleid: Details wie der ungewöhnlich geschnittene Kühlergrill, die neu geformten Scheinwerfer oder die farbigen Streben über dem vorderen Kotflügel, mit denen Hildebrand die Zukunftsfähigkeit des Retrodesigns beweisen will, verschwinden noch unter einer Klebefolie mit psychedelischen Mustern. Denn das hier sind keine Serienmodelle, sondern die letzten Prototypen, mit denen Konzernmutter BMW schon jetzt einen Vorgeschmack auf den Countryman geben möchte.
Möglichst nahe am Original
Dabei geht es den Bayern vor allem um das agile Fahrgefühl, das zu den zentralen Mini-Merkmalen zählt. «Obwohl der Countryman länger, schwerer und höher ist als die anderen Modelle, soll er das gleiche Go-Kart-Gefühl bieten», sagt Entwicklerin Ingrid Reyzl und schickt ihre Gäste auf eine verwinkelte Rennstrecke samt Handlingparcours.
Kurvenfahrten sind ein Vergnügen
Auch wenn der Countryman Maße und Masse nicht vollends leugnen kann, schlägt er sich in Hütchengassen und Haarnadelkurven überraschend wacker. Die neu eingestellte Lenkung ist tatsächlich so direkt wie beim Dreitürer, das stramme Fahrwerk hält den Mini sicher in der Spur und die straffen Federn unterdrücken weitgehend die Seitenneigung. So wird der große Mini zu einem kleinen Rennwagen, der gleichermaßen agil und aggressiv seine Runden dreht. Allzu wilde Fahrten bremst dabei die Elektronik ein, die Ausflüge ins Kiesbett zuverlässig unterbindet. Nur auf eines muss man sehr zum Leidwesen von Mini-Ikonen wie Rauno Aaltonen künftig verzichten: «Um die Kurven driften kann man mit dem Countryman nicht mehr», sagt die Rallye-Legende. Zumindest wer für rund 1600 Euro Aufpreis den Allradantrieb bestellt, muss deshalb ganz konventionell mit dem Lenkrad und nicht mit dem Gaspedal den Kurs vorgeben.
Mehr als 200 Stundenkilometer
Bei der Kurvenhatz hilft freilich auch der 1,6-Liter große Turbo-Motor unter der Haube des Prototypen, der sich beim Erlkönig-Striptease als künftiger Cooper S entpuppt. Schließlich kommt er auf 184 PS und wuchtet den Wagen mit kurzfristig bis zu 260 Nm voran: So schafft er den Sprint auf Tempo 100 in 7,6 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Trotzdem ist der im Normzyklus mit 6,3 Litern (CO2-Ausstoß: 146 g/km) zufrieden und fährt wie alle Minis mit Start-Stopp-Automatik vor.
Verkaufsstart mit fünf Motoren
Der Cooper S, der mit Allradantrieb 27 900 Euro kostet, ist die stärkste von zunächst fünf Modellvarianten. Darunter gibt es noch zwei Benziner mit ebenfalls 1,6 Liter Hubraum und 72 kW/98 PS oder 90 kW/122 PS sowie zwei Diesel, die aus ebenfalls 1,6 Liter Hubraum 66 kW/90 PS oder 82 kW/112 PS schöpfen und im besten Fall mit 4,3 Litern (CO2: 113 g/km) zufrieden sind.
Ein Auto für die junge Mutti
Aber der Countryman ist nicht nur ein Auto für den Fahrer. Zum ersten Mal haben auch die Mitfahrer Spaß in einem Mini. Denn neben dem Sozius können nun auch die Hinterbänkler endlich ordentlich sitzen, weil die Ingenieure den Radstand auf 2,60 Meter gestreckt haben sich obendrein die geteilte Rückbank um eine Handbreit verschieben lässt. Natürlich reicht das immer noch nicht für eine Gruppenreise des Basketballclubs. Doch zumindest Kinder fühlen sich jetzt auch jenseits des Vorschulalters wohl auf ihren Plätzen und freuen sich obendrein über die eigenen Türen. Damit gehört die Morgengymnastik auf dem Weg zur Schule endgültig der Vergangenheit an. Außerdem ist der Kofferraum nun so groß, dass man dort neben Muttis Handtasche tatsächlich auch noch zwei Schulranzen und sogar einen Einkaufskorb unterbringt.
Fazit: Ein Mini ohne die üblichen Nachteile
Schick anzusehen, gut zu fahren und obendrein noch praktisch geschnitten - so wird der neue Countryman zu einem Auto, das alle Mini-Vorteile bietet und gleichzeitig mit ein paar lästigen Nachteilen des Kult-Kleinwagens Schluss macht. Für eine erfolgreiche Familienkutsche ist der Wagen zwar viel zu teuer, doch aufs Geld haben zumindest Mini-Fans ohnehin noch nie geschaut.
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