Bankkunden in Europa müssen bei Überweisungen schon bald längere, internationale Kontonummern und Bankleitzahlen verwenden. Auch bei Zahlungen im eigenen Land sollen die bisherigen nationalen Nummern ab spätestens 2013 nicht mehr gelten.
Die EU-Kommission will im September einen Vorschlag für ein gesetzliches Ultimatum machen, wie ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel bestätigte.
Die neuen Ziffern- und Buchstabenkombinationen sind länger als die bisher in Deutschland üblichen Zahlenreihen. Die Verbraucherzentralen befürchten ein Chaos bei der Umstellung. «Viele werden mit den neuen Zahlenkolonnen überfordert», sagte deren Bankenexperte Frank- Christian Pauli der «Bild»-Zeitung. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin beruhigte am Mittwoch: «Bis auf weiteres ändert sich für die Kunden nichts.»
Die deutschen Sparkassen kritisieren jedoch die bisherigen Pläne. Brüssel will Europas Banken und Kunden ein Enddatum zum Umstieg auf das europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa setzen. Dann würden nur noch die internationalen Formate IBAN (Kontonummer) und BIC (Bankleitzahl) gelten. Die IBAN hat 22 Stellen, die BIC 11 Stellen.
Die EU-Kommission nennt als Endtermine für nationale Überweisungen Ende 2011 und für Lastschriften Ende 2012. Dies sei «vollkommen unrealistisch», heißt es beim DSGV. Nötig seien lange Übergangsfristen, innerhalb derer auch die alten Kontonummern und Bankleitzahlen noch benutzt werden könnten.
Bei Überweisungen ins Ausland sind IBAN und BIC heute schon Pflicht. Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen; es hebt jegliche Auslandsgebühren auf.
Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa- Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen. «Bisher laufen nur 7,5 Prozent aller Überweisungen über Sepa», kritisiert die EU-Kommission. Ihre Bilanz lautet: «Viele Nutzer zögern die Umstellung hinaus.»
Dem Vorschlag von EU-Binnenkommissar Michel Barnier müssen die 27 Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zustimmen. Im Rat zeichne sich «eine klare und breite Zustimmung ab», schreibt die Kommission.
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