Bang, Boobs, Babes
Bitch Slap
Kurvenreich und sinnfrei: Verstand braucht man jedenfalls nicht, um sich "Bitch Slap" (2009) anzusehen. Und trotzdem zu genießen. Denn obwohl das krude B-Movie wie die "Praline" in Hochglanzformat daherkommt, ist die Actionfarce ein - zumindest visuelles - Vergnügen. Natürlich wirkt "Bitch Slap" nicht zeitgemäß, politisch unkorrekt und in gewisser Weise schmierig: Regisseur Rick Jacobson setzt genauso viel auf nackte Haut wie auf Gewalt.Aber er zelebriert sein trashiges B-Movie mit einem Augenzwinkern. Sinnlose Szenen, wie eine Wasserschlacht seiner drei knapp bekleideten Hauptdarstellerinnen, wirken wie eine Karikatur geifernder Männerfantasien. Hier wird lustvoll mit Klischees gespielt - und alle Beteiligten haben Spaß an dieser ironischen Spöttelei, die durch Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez' "Grindhouse"-Projekt ("Death Proof" und "Planet Terror") salonfähig wurde.
Als Rahmenhandlung der Babe-Parade dient eine Gangsterballade: Drei offensiv auf Primärreize setzende Damen legen sich mit einem Unterweltboss an. Es geht um Diamanten, und es geht schief. Nicht nur die Dynamik innerhalb des Doppel-D-Trios leidet darunter, die waffenkundigen Bräute müssen sich gegenüber einer wilden Horde nicht gerade zimperlicher Halunken ihrer Haut erwehren. Und die Kirche schickt zwei unbarmherzige Schwestern vorbei.
So wahnwitzig die Geschichte ist, so technisch brillant wurde sie für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung umgesetzt. Von wegen zweitklassiger Schmuddelfilm: "Bitch Slap" beeindruckt mit hochkarätiger Optik. Die Farben sind außergewöhnlich satt, die Schärfe sitzt perfekt, der weite Kontrastumfang lässt auch in dunklen Szenen eine detailreiche, präzise Zeichnung zu. Lediglich bei schnellen Kameraschwenks verwischen die Konturen vor allem auf der DVD.
Der Sound beeindruckt auf BD mit einem so offensiven wie homogenen HD-Mix: Während die Dialoge klar und deutlich aus den Frontspeakern kommen, werden die Surroundkanäle, begleitet von einem dynamischen Subwoofer, für ein actionreiches Effektfeuerwerk genutzt. Der DVD-Sound wirkt im Vergleich nur unwesentlich zurückhaltender. Nette Idee: Durch die umfangreichen und witzigen Extras - auf BD und der DVD-Special Edition enthalten - führt eine verrückte Japanerin in knapper Schuluniform und nimmt sich und das Publikum dabei gleichermaßen auf die Schippe.
Bitch Slap
Bitch Slap
30.04.2010
Rick Jacobson
18
2009
2009
Action
Splendid
Julia Voth
Michael Hurst
William Gregory Lee
(2009 2009, R: Rick Jacobson, D: Julia Voth, Michael Hurst, William Gregory Lee u.a.)
Making Of; Featurettes; Interviews; Entfallene Szenen
Splendid
Splendid
2,35:1 (anamorph)
Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
Deutsch, Niederländisch
Regionalcode 2
Dolby Digital
ca. 18 Euro
101 Min.
4013549974219
überzeugend
gut
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Meldung 'Blu-ray-Besprechung: Bitch Slap'
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