Was haben das Studio der „Küstenwache“ in Neustadt, das Denkmal des berühmten Springpferdes „Meteor“, das Brodtener Ufer und das Fischerdorf Gothmund gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel – und doch sind alle vier einen zweiten Blick wert. Das finden zumindest Alexandra und Jobst Schlennstedt; das Lübecker Ehepaar hat gemeinsam den Reiseführer „111 Orte an der Ostseeküste, die man gesehen haben muss“ geschrieben.
„Diese Region gibt so viel her, es wäre uns nicht schwer gefallen, 222 Orte zu finden“, sagt Alexandra Schlennstedt (31), die hauptsächlich die Texte geschrieben hat. Vor knapp sieben Jahren ist das Paar aus Süddeutschland nach Lübeck gezogen, „weil wir die Region so toll finden“, erzählt Schlennstedt. Diese Liebe zum Norden wollen die jungen Eltern mit ihrem Reiseführer nun teilen. Dabei sind sie eigenen Ideen, Tipps von Freunden und Anregungen von Experten vor Ort nachgegangen.
2350 Kilometer entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und im Hinterland haben sie zurückgelegt und 4767 Fotos gemacht, um die schönsten Ausflugstipps zusammenzufassen. „Wir haben so viele tolle Orte gefunden, dass es uns schwer gefallen ist, auszusieben“, sagt Alexandra Schlennstedt. 111 Orte haben es geschafft – und die sind so vielfältig, dass wohl jeder Leser (ob Einheimischer oder Tourist) Interessantes entdeckt. Jedem Ort sind zwei Seiten gewidmet: eine Seite Text und ein Foto, hinzu kommen Informationen wie Anfahrtsweg und Öffnungszeiten. „Wir wollten einen Reiseführer schreiben, der nicht mit Details erschlägt, sondern die Geschichten der Orte erzählt“, erklärt Schlennstedt, die hauptberuflich in der Unternehmensberatung arbeitet.
Das Buch bietet eine Mischung aus Altbewährtem wie dem Bungsberg, dem höchsten Berg Schleswig-Holsteins, und Unbekanntem wie dem Haus in der Stadtmauer in Lübeck. „Die Orte sollen nicht nur schön anzuschauen sein, sondern auch eine interessante Geschichte haben“, erklärt Alexandra Schlennstedt das Auswahlverfahren. Dennoch hätten nicht alle Highlights Platz gefunden. Das Holstentor zum Beispiel sucht man vergebens. Dafür stehen 16 andere Lübecker und vier Travemünder Sehenswürdigkeiten im Buch, darunter der Aegidienhof, der Bauspielplatz Roter Hahn, der Dükerkanal, St. Petri, der Burgtorfriedhof, die Fischverarbeitung in Schlutup, der Travemünder Leuchtturm und die Alte Vogtei. „Mir persönlich gefallen die Bürgergärten in Lübeck sehr gut“, erzählt Alexandra Schlennstedt.
Für die Ostertage hat sie noch andere Ausflugstipps: Wer einen Tag unterwegs ist, sollte sich die Ostseebäder angucken. „Vom Hemmelsdorfer See über Travemünde und Timmendorf ist es einfach schön.“ Zwei-Tages-Ausflügler sollten die Schlei-Region anpeilen. „Wer mag, kann sogar über die dänische Grenze fahren und in Annies Kiosk einen Hotdog essen“, sagt Schlennstedt. Die Würstchenbude in Sønderhav ist der einzige nicht-deutsche Ort, der es in den Reiseführer geschafft hat – aber auch der Imbiss liegt ja an der Ostseeküste.
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