Timmendorfer Strand – Die Teppiche sind wieder da. Mehran Soltani von der Timmendorfer Teppichhandlung „Manufaktur“ holte sie am Mittwochabend in Hamburg ab, wo sie sichergestellt worden waren. Einbrecher hatten die 14 großen und 22 kleinen Teppiche im Gesamtwert von über 100 000 Euro in der Nacht zum Osterdienstag aus Soltanis Geschäft an der Timmendorfer Strandallee gestohlen.
Kommissar Zufall brachte die Polizei so schnell auf die Spur der Beute. Als Hamburger Polizisten am Mittwochnachmittag einen Haftbefehl in ganz anderer Sache vollstrecken wollten, trafen sie an der Adresse des Gesuchten drei Männer an. Daniel G. (25), Gino K. (24) und Salmai S. (35) waren im Besitz wertvoller Teppiche, an einem Teil von ihnen hingen noch die Etiketten der Teppichhandlung „Manufaktur“. Der Rest war ein Kinderspiel: Schnell war über die Kripo Bad Schwartau der Kontakt zu Mehran Soltani hergestellt.
Alle drei Männer wurden wegen des Verdachts der Hehlerei festgenommen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Gegen Daniel G. wurde Haftbefehl erlassen, die beiden anderen Männer sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.
Soltani hatte seit dem Einbruch keine ruhige Minute mehr. Er setzte eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter aus, ließ die von dem Einbruch beschädigte Ladentür reparieren, eine Alarmanlage einbauen und lässt sein Geschäft jetzt von einem Wachunternehmen bewachen. Obendrein bangte er um sein Eigentum. Am Mittwoch kam dann der erlösende Anruf von der Polizei. Soltani könne die Teppiche in Hamburg abholen. Umgehend setzte sich der Teppichhändler ins Auto und holte sein Eigentum wieder zurück. Gestern trug er zusammen mit seinem Mitarbeiter Hossein Khabbazzadeghan die wertvolle Ware wieder zurück in sein Geschäft. Die Belohnung muss er nicht bezahlen, er will nun einen Teil des Geldes spenden.
Die Bad Schwartauer Kriminalpolizei, die zu dem Einbruch in das Teppichgeschäft ermittelte, wird jetzt eng mit der Hamburger Polizei zusammenarbeiten. Zwei der in Hamburg festgenommenen Männer, sagt Soltani, kenne er. Und er kann nichts Gutes über sie sagen. Die seien ihm als sogenannte fliegende Teppichhändler bekannt. Das seien Gauner, die angeblich im Namen eines seriösen Geschäftes wertvolle Teppiche aus dem Kofferraum oder an der Haustür verkaufen wollen. In Wirklichkeit hätten sie nur minderwertige Ware im Angebot. Susanne Peyronnet
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