Reichlich Wind fegte gestern Nachmittag durch die noch offene Produktionshalle auf dem 65 000 Quadratmeter großen Vestas-Gelände im Gewerbegebiet am Skandinavienkai, als der Richtkranz unter die Dachdecke gehievt wurde. Ein gutes Omen. Denn in der Energie des Windes liegt die Zukunft. In Lübeck will der dänische Konzern jedes Jahr 1500 Generatoren für Windkraftanlagen herstellen und weltweit vermarkten. Vestas investiert 46 Millionen Euro in seine Lübecker Produktionsstätte.
Dass Vestas seinen Lübeck-Standort massiv ausbaut und zusätzlich zu den bestehenden 450 Arbeitsplätzen in Lübeck 150 neue Jobs schaffen will, spiegelt den hohen Stellenwert der hiesigen Niederlassung im Gesamtkonzern wider. Die Lübecker Fertigungsstätte sei, so der Konzern, innerhalb von Vestas führend im Hinblick auf Produktentwicklung und Produktionstechnik und spiele eine „entscheidende Rolle bei der Produktionsinnovation, der Prozessoptimierung, der Einführung neuer Produkte und bei Technologietransferprojekten“.
Die Fertigstellung der Produktionsstätte in der Henry-Koch-Straße geht mit Riesenschritten voran. Der erste Spatenstich war erst Mitte Januar. Eile ist auch geboten. Denn die Nachfrage nach zusätzlichen Generatoren für Windkraftanlagen ist stark angestiegen. Die bisherigen Kapazitäten des Lübecker Werks reichten nicht mehr aus.
Die Senior Vizepräsidentin von Vestas, Bente Josefsen, lobte gestern überschwänglich die „beste Infrastruktur in Lübeck für unser Unternehmen“. Hier werde Vestas „hochqualitative Generatoren für die ganze Welt produzieren“.
Bürgermeister Bernd Saxe sprach von einem „wunderbaren Tag“. Die neue Vestas-Produktionsstätte werde den Standort Lübeck „enorm stärken“. Er hoffe auf viele neue Arbeitsplätze und eine deutliche Stärkung der Lübecker Wirtschaftskraft. Der Windenergie gehöre die Zukunft. Die Nachfrage nach Windkraftanlagen sei nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima deutlich angestiegen.
Ulrik Hofmann Larsen, Projektmanager der Vestas-Bauabteilung, dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, und Gerd Meyer, Geschäftsführer der Niederlassung Hamburg des Baukonzerns Bilfinger Berger, der die Produktionsstätte baut, beschrieb den Kraftakt: „128 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, 2800 Kubikmeter Beton bislang verarbeitet und 8000 Rohbaustunden geleistet.“
Der Vestas-Konzern ist in 70 Ländern tätig und hat weltweit mehr als 20 000 Mitarbeiter. Die von Vestas weltweit gebauten 41 000 Windkraftanlagen reduzieren den Kohlendioxidausstoß auf dem Erdball um jährlich 40 Millionen Tonnen.
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