Und weil das so ist, und „weil wir ein gutes Produkt haben“, lädt die Kirchengemeinde von Oktober an jeden Sonntag zu einem familienfreundlichen Gottesdienst mit einem völlig neuen Konzept in das Haus der Begegnungen ein. Das Stichwort ist: „Eine Kirche mit Kindern und keine Kinderkirche“.
Los geht es – zur familienfreundlichen Zeit von 11.15 Uhr – mit dem Gottesdienst für Groß und Klein am Sonntag, 2. Oktober. „Wir sind eine familien- und kinderfreundliche Stadt“, erklärt Thieme das Konzept, das mit allen anderen sechs Pastoren umgesetzt werden soll und mit vielen ehrenamtlich Aktiven wie Regina Augustin und Gabriele Thomsen.
Für die Gottesdienste – angefangen wird gemeinsam, dann trennen sich Eltern und Kinder, um später wieder einen gemeinsamen Abschied in der Kirche zu feiern – können alle Räume des Hauses der Begegnungen genutzt werden, auch die Freiflächen draußen sollen mit einbezogen werden. „Glaube und Kirche hat etwas mit allen Sinnen zu tun“, so Gabriele Thomsen. Diese Sinne sollen so angesprochen werden. „Wir wollen eine Brücke schlagen zu den alltäglichen Dingen.“
Deshalb sollen starre Gottesdienststrukturen aufgebrochen, soll aus dem bisherigen System rausgegangen werden. Trauer oder Frohsinn, jede Gemütsbewegung hat ihren Platz, wird im Idealfall integriert. So lädt der Vorraum im Haus der Begegnungen schon zu Aktivitäten ein, ist eine Vorbereitung auf den Gottesdienst. Auf weißen Zetteln können die Großen schreiben, was sie zu beklagen haben, gelbe Zettel nehmen Lob und Dank auf. In einer großen Schale wird alles gesammelt, wer möchte kann auch einfach nur eine Feder (für das Leichte im Leben) oder einen Stein (für das Schwere) hineinlegen. Und doch „sind es Gottesdienste, das ist unser Credo. Mit einer eigenen Liturgie“, erklärt Regina Augustin.
Wichtig dabei für die Kinder: Wenn sie die Kirche verlassen, um in ihren Gottesdienst-Kinderteil zu gehen, um ihre biblischen Geschichten zu hören und zu erleben, bleibt ein kleines Holzschiff als „Platzhalter“ im Kirchenraum. So komme es nicht zu einer wirklichen Trennung, „sie lassen was da von sich“, so Thieme.
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