„Facebook ist ein Unternehmen, das wirtschaftliche Zwecke verfolgt“, sagt Bürgermeister Randolf Knudsen von der Mehrheitsfraktion Wählergemeinschaft Delingsdorf (WGD) und begründet damit den Rückzug aus dem Netzwerk. Dabei handele es sich um keinen sozialen Verein, der Gutes tun wolle, sondern Geld damit verdiene. „Das wollen wir nicht unterstützen“, sagt Knudsen.
Ein Beschluss, den die ehrenamtlichen Betreuer der Seite, Malte Steckmeister und Constantin Dabelstein bedauern. „Wir wollten über Veranstaltungen und Termine informieren, den Bürgern eine aktive Beteiligung per soziales Netzwerk am Ortsgeschehen ermöglichen“, sagt Malte Steckmeister (CDU). Zusammen mit Constantin Dabelstein und der Gemeinde stellte er 2003 die Webseite von Delingsdorf online. Deren Inhalte das Duo dann auch Anfang 2010 bei Facebook verbreitete. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, dafür 150 Nutzer, die „Gefällt mir“ klickten.
Website der Gemeinde Delingsdorf
Doch warum gibt es erst jetzt die Diskussion? „Wir haben von der Seite nichts gewusst“, sagt Knudsen, der ein halbes Jahr später auf die Verlinkung zwischen Webseite und Facebook aufmerksam wurde, und erst jetzt – nach einem weiteren Jahr – den Punkt auf die Tagesordnung der Gemeindevertretung setzte. Steckmeister räumt ein, in Eigenregie gearbeitet, aber damit „keine bösen Absichten“ gehabt zu haben. Vielmehr habe er den „Anschluss an die moderne Welt“ nicht verlieren wollen.
Die Rolle als Vorreiter bei Facebook ist Delingsdorf wieder los. Andere Orte wie Scharbeutz und Timmendorfer Strand sind zwar bei Facebook präsent, aber nicht als Gemeinde, sondern über ihre Tourismuszentralen. „Ziel ist es, näher an den Urlaubern zu sein, Tipps zu geben oder auf Kritik der Gäste reagieren zu können“, sagt Kerstin Tanneberg vom Tourismus-Service Scharbeutz.
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