Die Volksbank Lübeck habe nur positive Erfahrungen mit Facebook gemacht, sagt Vorstand Michael Brandt. „Wir kennen und verfolgen natürlich die Diskussion um die sozialen Netzwerke und die datenschutzrechtlichen Bedenken, die geäußert werden. Diese nehmen wir sehr ernst. Aber nach wie vor gilt für die Volksbank Lübeck, dass wir dort sein möchten, wo auch unsere Kunden sind. Und die sind zu einem immer größer werdenden Anteil unter Facebook aktiv“, so Brandt. Seit Anfang des Jahres hätten sich schon mehrere hundert Nutzer als Fans eintragen lassen. „Unabhängig von der Diskussion um den ,Gefällt-mir’- Button sehen wir unsere Kunden und Facebook-Nutzer als mündige Bürger , die ihre Entscheidungen selbst treffen“, so der Vorstand. Das Verbot eines Buttons werde sicher nicht dazu beitragen, den Erfolg von sozialen Netzwerken zu stoppen. „Uns scheint es sinnvoller zu sein, aufzuklären, statt zu verbieten“, so Brandt.
„Wir nehmen die Warnung sehr ernst. Die Datensicherheit unserer Kunden ist bei uns oberstes Gebot.Wir haben schon mit dem Datenschutzzentrum Kontakt aufgenommen und uns intensiv informiert und beraten lassen“, sagt Gerd Hofrichter, Marketingchef der Stadtbäckerei Junge. Die Bäckerei weist auf ihrer Internet-Seite jetzt auf die Problematik hin und biete auch einen Link zum Datenschutzzentrum an. Insgesamt habe die Stadtbäckerei aber seit dem Start am 9. Februar 2011 sehr gute Erfahrungen mit Facebook gemacht. „Damit ist ein deutlich aktiverer Dialog mit den Kunden möglich. Bisher haben wir 1781 Freunde bei Facebook“, so Hofrichter.
„Wir nehmen die Warnungen ernst und sind vorsichtig“, sagt der Lübecker Call-Center-Betreiber Martin Aye. „Bis zur Klärung der Problematik nehmen wir den „Gefällt-mir“-Button heraus und werden auf der Internet-Seite auch erklären, warum wir das tun.“ Seine Firma sei erst seit zwei Monaten bei Facebook aktiv, habe zurzeit 150 Freunde und positive Erfahrungen gemacht. „Als Unternehmen im Bereich Marketing müssen wir mit der Zeit gehen und wollen das auch weiter ausbauen“, so Aye.
„Letztendlich muss jeder Betrieb die Entscheidung, Social Media zu nutzen, für sich treffen und dabei alle Aufwände, strategische und auch datenschutzrechtliche Belange sorgsam abwägen“, sagt Thomas Waldner von der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck.
Der Kölner Internetrechtler Christian Solmecke hält Weicherts Kritik für zutreffend. „Die Technik ist so gestaltet, dass ungefragt personenbezogene Daten an Dritte übermittelt werden. Das ist in Deutschland verboten“, sagte Solmecke dem Internet-Dienst Meedia. Dennoch müssten Seitenbetreiber nicht ganz auf den beliebten Empfehlungs-Button verzichten. „Wer den Gefällt-mir-Button weiter nutzen will, muss ihn aber auch technisch rechtswirksam einbinden“, so Solmecke.
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